5000 Unterschriften hat das Egerkinger Komitee rund um den Solothurner SVP Nationalrat Walter Wobmann in den letzten beiden Monaten gesammelt, um der «politisch-islamischen Unterwanderung der Schweiz durch den türkischen Staatsapparat» einen Riegel zu schieben, wie Wobmann in einer Mitteilung schreibt. Am Montag wurde die Petition in Bern eingereicht.

Die Petition schiesst vor allem gegen eine Politik der Integrationsverweigerung. So wird in der Mitteilung Erdogan bei einer Wahlkampfveranstaltung zitiert: «Assimilierung ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Man kann von Euch nicht erwarten, Euch zu assimilieren.» Weiter würde in Schweizer Moscheen, die von der Türkei finanziert und kontrolliert werden, eine ultra-konservative Auslegung des Islam gepredigt werden; der türkische Staat würde europaweit mit tausenden Spitzeln Integrationsbemühungen behindern. «Diese jegliche Integrationsbemühungen hintertreibende Politik muss entschieden abgewehrt werden», stellt sich das Komitee selber als Aufgabe.

Ausschlaggebend für die Lancierung der Petition waren Kriegsspiele von sechsjährigen Schweiz-türkischen Buben im Rahmen eines von der türkischen Botschaft organisierten Heimatkunde-Unterrichts in Uttwil (TG). «Diese unerträglichen Machenschaften haben den entscheidenden Zwick gegeben», sagte Wobmann gegenüber dem Blick.

«Das Egerkinger Komitee reitet eine Anti-Erdogan-Welle», schreibt das Boulevardblatt weiter. So ist der türkische Staatspräsident am Donnerstag auf Staatsbesuch in Deutschland – bereits am Wochenende wurde in Berlin dagegen demonstriert. Und auch das Ja der St. Galler Bevölkerung vom letzten Sonntag zum Burka-Verbot könne als «Widerstand gegen die konservative Islamisierung, ob arabischer oder türkischer Art» gelesen werden. (rka)