Weissenstein
Schlittelpiste lässt viele in Nostalgie schwelgen - auch ohne Sessellift

Blauer Himmel und Schnee lockt derzeit viele auf den Solothurner Hausberg - zum Wandern, Sein oder auch zum Schlitteln - oben beim Kurhaus oder auch rasant ins Tal hinunter.

Fabiana Seitz
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Mit dem Gondeli gehts hoch auf den Berg
11 Bilder
Im Gondeli
Die Aussicht von oben
Das Kurhaus im Sonnenschein
Die Schlitten stehen bereit
Ein Vintageschlitten in gutem Zustand
MIt Helm fährt es sich sicherer
Bequem den Berg hoch
Schlitteln auf und vom Weissenstein

Mit dem Gondeli gehts hoch auf den Berg

Fabiana Seitz

Welcher Solothurner gerät nicht ins Schwärmen, wenn er an vergangene Kindheitstage auf dem schneebedeckten Weissenstein zurückdenkt: Mit dem Sessellift hinauf, eine warme Schoggi im Kur- oder Sennhaus und dann mit dem Schlitten hinuntergedüst.

Umso grösser war der Frust, als während der vergangenen fünf Winter der Schlittelspass nur mit einem mühsamen Bergaufstieg möglich war. Doch nun gibt es eine Seilbahn in Oberdorf, der Schnee ist da und die Sonne strahlt. Beste Voraussetzungen, um die Schlittelpiste auf dem Weissenstein in Angriff zu nehmen.

Wintersport in der Region: Der Schnee ruft

Nicht nur auf dem Weissenstein strahlt die Sonne und lockt der Schnee. Wer vom Bettlachberg hinunterschlitteln will, muss zwar zu Fuss hinauf, doch das hält nur wenige davon ab: «Letztes Wochenende waren wir vollständig ausgebucht», bestätigt Ellen Walker-Rüegg, Pächterin des Restaurants Bettlachberg. Auch auf dem Roggen bei Oensingen oder auf dem Grenchenberg kommen Schlittler auf ihre Kosten.

Diejenigen, die lieber auf Ski und Snowboard setzen, stehen vor der Qual der Wahl: In Langenbruck und auf der Schwengimatt sowie auf Grenchen- und Balmberg sind die Skilifte geöffnet. «Letzte Woche hielt die kalte Bise leider viele davon ab, in die Höhe zu fahren», meint Tobias Freudiger, Betreiber der Skilifte Grenchenberg. Diese Woche sieht das Wetter zwar um einiges besser aus, doch viele Leute seien in die Skiferien verreist und dann komme ja auch noch die Fasnacht. Auch der Betriebsleiter der Skilifte Balmberg, Bele Schmid, bestätigt, dass die mitten in die Sportferien fallende Fasnacht schon eher schlecht fürs Geschäft sei. Doch Skischule und besonders Nachtskifahren seien trotzdem immer gut besucht: «Besonders diejenigen, die keine Ferien haben, kommen gerne nach der Arbeit für Ski und Fondue auf den Balmberg.» Denn man sei ja schliesslich schnell auf dem «Hoger». (fso)

Mit Vintage-Schlitten ins Tal

Trotz Ferien und bestem Wetter ist morgens um neun Uhr der Parkplatz bei der Talstation der Seilbahn noch gähnend leer. Langes Anstehen wie in anderen Schweizern Skigebieten gibt es hier also nicht – oder jedenfalls noch nicht. Denn Konrad Stuber, Geschäftsführer der Seilbahn Weissenstein, zeigt sich mit der Nachfrage zufrieden: «Vergangenes Wochenende zog es um die 5000 Besucher auf den Weissenstein und auch unter der Woche lockt es einige in die Höhe.»

Die neuen Gondeli bringen Schlittel- und Wanderfreudige zwischen 8.30 und 16.30 Uhr leise schwebend und in zehn Minuten sicher auf den Berg. Ganz anders als das laute Rattern und gefährlich anmutende Schwanken der ehemaligen Sesseli, wo auch mal der eine oder andere Handschuh herunterfiel. Auf dem Gipfel angekommen, besteht die Möglichkeit, für acht Franken einen Schlitten für eine oder zwei Personen zu mieten.

Diese müssen gemäss der absplitternden blauen Farbe schon einiges miterlebt haben, sind aber doch in bestem Zustand, wie die Schlittelfahrt ins Tal beweist. Denn die Südpiste Richtung Oberdorf geht es anfänglich noch in gemütlichem Tempo hinunter und dann doch rasend schnell.

Für manche Geschmäcker wohl auch zu schnell, besonders, wenn der einzige Ausweg nur noch darin besteht, sich vom Schlitten zu werfen und der Schlitten «herrchenlos» ins Tal fährt. Die 4,5 Kilometer lange Piste ist gut präpariert, doch verstecken sich auch einige tückische eisige Stellen. Bei den jährlichen fast 11 000 Schlittelunfällen in der Schweiz ist so oder so zu Vorsicht gemahnt. Mit Helm, gutem Schuhwerk und genügend Abstand steht einem Schlittelspass aber nichts mehr im Weg.

Piste Nord frustriert Kinder

Weniger zufrieden zeigt sich Edi Spagni, Besitzer des Hotels St. Joseph in Gänsbrunnen, wo viele Schlittler einkehren, die die familienfreundliche Nordpiste wählen: «Der Schnee ist aufgeweicht, die Piste schlecht präpariert.» Und das frustriere vor allem Kinder, die Schnee und neue Seilbahn kaum erwarten konnten.