Weissenstein

Schlittelpiste lässt viele in Nostalgie schwelgen - auch ohne Sessellift

Blauer Himmel und Schnee lockt derzeit viele auf den Solothurner Hausberg - zum Wandern, Sein oder auch zum Schlitteln - oben beim Kurhaus oder auch rasant ins Tal hinunter.

Welcher Solothurner gerät nicht ins Schwärmen, wenn er an vergangene Kindheitstage auf dem schneebedeckten Weissenstein zurückdenkt: Mit dem Sessellift hinauf, eine warme Schoggi im Kur- oder Sennhaus und dann mit dem Schlitten hinuntergedüst.

Umso grösser war der Frust, als während der vergangenen fünf Winter der Schlittelspass nur mit einem mühsamen Bergaufstieg möglich war. Doch nun gibt es eine Seilbahn in Oberdorf, der Schnee ist da und die Sonne strahlt. Beste Voraussetzungen, um die Schlittelpiste auf dem Weissenstein in Angriff zu nehmen. 

Mit Vintage-Schlitten ins Tal

Trotz Ferien und bestem Wetter ist morgens um neun Uhr der Parkplatz bei der Talstation der Seilbahn noch gähnend leer. Langes Anstehen wie in anderen Schweizern Skigebieten gibt es hier also nicht – oder jedenfalls noch nicht. Denn Konrad Stuber, Geschäftsführer der Seilbahn Weissenstein, zeigt sich mit der Nachfrage zufrieden: «Vergangenes Wochenende zog es um die 5000 Besucher auf den Weissenstein und auch unter der Woche lockt es einige in die Höhe.»

Die neuen Gondeli bringen Schlittel- und Wanderfreudige zwischen 8.30 und 16.30 Uhr leise schwebend und in zehn Minuten sicher auf den Berg. Ganz anders als das laute Rattern und gefährlich anmutende Schwanken der ehemaligen Sesseli, wo auch mal der eine oder andere Handschuh herunterfiel. Auf dem Gipfel angekommen, besteht die Möglichkeit, für acht Franken einen Schlitten für eine oder zwei Personen zu mieten.

Diese müssen gemäss der absplitternden blauen Farbe schon einiges miterlebt haben, sind aber doch in bestem Zustand, wie die Schlittelfahrt ins Tal beweist. Denn die Südpiste Richtung Oberdorf geht es anfänglich noch in gemütlichem Tempo hinunter und dann doch rasend schnell.

Rasante Fahrt mit dem Schlitten auf der Weissenstein-Passstrasse

Rasante Fahrt mit dem Schlitten auf der Weissenstein-Passstrasse

Für manche Geschmäcker wohl auch zu schnell, besonders, wenn der einzige Ausweg nur noch darin besteht, sich vom Schlitten zu werfen und der Schlitten «herrchenlos» ins Tal fährt. Die 4,5 Kilometer lange Piste ist gut präpariert, doch verstecken sich auch einige tückische eisige Stellen. Bei den jährlichen fast 11 000 Schlittelunfällen in der Schweiz ist so oder so zu Vorsicht gemahnt. Mit Helm, gutem Schuhwerk und genügend Abstand steht einem Schlittelspass aber nichts mehr im Weg.

Piste Nord frustriert Kinder

Weniger zufrieden zeigt sich Edi Spagni, Besitzer des Hotels St. Joseph in Gänsbrunnen, wo viele Schlittler einkehren, die die familienfreundliche Nordpiste wählen: «Der Schnee ist aufgeweicht, die Piste schlecht präpariert.» Und das frustriere vor allem Kinder, die Schnee und neue Seilbahn kaum erwarten konnten.

Die knapp 11-minütige Abfahrt vom Weissenstein auf Skiern in knapp 4 Minuten erleben

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