Die im Kanton Solothurn vorkommenden Schlangenarten sind alle geschützt. Vom Aussterben bedroht sind die ungiftige Schlingnatter und die giftige Aspisviper. Am häufigsten gesichtet wird die Ringelnatter. Da viele erschrecken und nicht wissen, um welche Art von Schlangen es sich handelt, wenden sie sich an die Polizei. Im Kanton Solothurn wurden vom 10. Mai bis 6. Juli neun Schlangensichtungen gemeldet, wie Bruno Gribi von der Kantonpolizei Solothurn auf Anfrage erklärt.

Zwei in Dornach, jeweils ein Reptil wurde der Polizei in Matzendorf, Fulenbach, Kappel, Schönenwerd, Lostorf, Feldbrunnen und Grenchen gemeldet.

Wenn die Polizei bei einem «Schlangenalarm» die Situation nicht am Telefon klären kann, nimmt sie die Dienste eines Schlangenexperten in Anspruch. Für die Kantonspolizei steht seit über 30 Jahren Freddy Kappeler aus Olten im Einsatz. Der Präsident des Terrarien-Vereins Deutschschweiz rückte letztmals vor rund 14 Tagen aus. Er trifft ausschliesslich auf die Ringelnatter. Die ungiftige Schlange wird oft in Gärten mit kleinen Teichen gesichtet.

«Die Ringelnatter ist gerne in der Nähe von Wasser», so Kappeler. Gefährliches hat der Schlangenexperte nicht erlebt - «eher Amüsantes». Etwa, als jemand in Trimbach eine grosse Schlange im Garten gesichtet haben wollte. Kappeler fand indessen nur die Haut einer Python. Dabei handelte es sich um ein Geschenk, das eine im Haus wohnende Frau von ihrem Freund aus Australien via Post bekommen hatte. Das Ding flog offenbar sofort durchs offene Fenster. Seine Einsätze für die Polizei leistet Kappeler ehrenamtlich. «Aus Freude an den Tieren», so der 59-jährige Chauffeur. Bei sich zu Hause hält er rund 60 Echsen und 20 kleinere Schlangen. «Meine Frau und ich sind halt ein bisschen angefressen.» (ahu, eva)