«Luxory»-Mord

Schläge auf tödlich verletzten Türsteher: Bundesgericht bestätigt Urteil

Im Grenchner Luxory Club wurde 2011 ein Türsteher tödlich verletzt.

Im Grenchner Luxory Club wurde 2011 ein Türsteher tödlich verletzt.

Das Bundesgericht hat die Strafe für Besim H. bestätigt. Er soll im April 2011 auf den bereits tödlich verletzten Türsteher des Grenchner Luxory-Clubs eingeschlagen haben.

Was an jenem 3. April 2011 um 3 Uhr morgens im Grenchner Luxory-Club geschah, ist an Brutalität kaum zu überbieten: Es gab ein Drogendelikt, es gab einen Sicherheitsmann, der einen Beteiligten in den Getränkeraum einsperrte. Dann ging der Mob aus Kollegen des Eingesperrten auf den Türsteher los. Sieben Messerstiche eines heute 25-jährigen Kosovaren töteten diesen letztlich, doch bevor er starb, rannte ihm Besim H. (Name geändert) durch den Club nach. Er holte ihn vor dem Gebäude ein, schlug brutal auf ihn ein. Und als der Security-Mann am Boden lag, schlug ihm Besim H. noch auf den Rücken. Der Haupttäter, ein heute 25-jähriger Kosovare, wurde 2012 wegen vorsätzlicher Tötung zu 16 Jahren und 3 Monaten Gefängnis sowie lebenslanger Verwahrung verurteilt, die das Obergericht 2014 in eine stationäre Therapie umwandelte.

Jetzt ist auch das Urteil für Besim H. definitiv; er muss 26 Monate ins Gefängnis. Das Bundesgericht hat das Urteil des Solothurner Obergerichts bestätigt. Derzeit sitzt der 31-Jährige allerdings noch nicht. Laut den Solothurner Justizbehörden lagen weder ein rechtskräftiges Urteil noch strafprozessuale Gründe vor, die eine Haft gerechtfertigt hätten. Der Mann werde nun zum Strafantritt aufgeboten, heisst es.

Besim H. war 1991 in die Schweiz gekommen, eine Lehre hatte er nie gemacht. Sein Anwalt hatte nun vor Bundesgericht gefordert, die Strafe auf ein Jahr zu reduzieren, da seinem Mandanten bei einer längeren Strafe der Entzug der Niederlassungsbewilligung drohe. Darauf gingen die Lausanner Richter nicht ein. Die Strafe herabzusetzen, um eine drohende Ausweisung zu verhindern, wäre eine «Änderung der Rechtsprechung zugunsten von Ausländern», so Lausanne. Das Strafmass sei nicht zu beanstanden. Auch an der Glaubwürdigkeit der Hauptzeugin liess das Bundesgericht keine Zweifel gelten.

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