Seit 2005 bekommen Junglenker nach bestandener Autoprüfung einen Führerausweis auf Probe. Innerhalb von drei Jahren muss jeder Neulenker zwei Weiterbildungskurse besuchen, um eine definitive, unbefristete Fahrerlaubnis zu erhalten. Wer dies versäumt, verliert nach drei Monaten Zusatzfrist seinen Führerausweis und muss seine Fahrausbildung vollumfänglich wiederholen.

Bis anhin mussten auch die Pflichtbewussten, welche die Kurse vorschriftsgetreu besucht hatten, frühestens einen Monat vor Ablauf des provisorischen Führerausweises ein Gesuch bei der Motorfahrzeugkontrolle (MFK) einreichen, um den definitiven Ausweis zu erhalten. Wer die viermonatige Frist verstreichen liess, war ohne gültigen Führerausweis unterwegs und machte sich strafbar.

Die von vielen Junglenkern als Schikane empfundene Regelung wurde nun abgeschafft. Somit fällt das selbstständige Weitergeben der Kursbestätigungen an die Motorfahrzeugkontrollen weg und Junglenker, die die Voraussetzungen erfüllen, erhalten automatisch und ohne Gesuch einen unbefristeten Führerausweis.

Die Ausweisdokumente werden mindestens ein Monat vor Ablauf der provisorischen Fahrerlaubnis per Post verschickt, hält die MFK fest. Wer etwas auf den Ausweisdokumenten ändern lassen will, muss dies spätestens 40 Tage vor Ablauf des Ausweises beantragen. Durch die bereits vorhandene elektronische Vernetzung zwischen den Motorfahrzeugkontrollen und den Kursanbietern war die Umstellung für die Behörden «ohne grössere finanzielle Aufwände» möglich, so die MFK weiter.

Die Neuerung geht auf einen 2017 im Kantonsrat angenommenen Auftrag von Marie-Theres Widmer (CVP, Steinhof) zurück. Solothurn ist bei weitem nicht der letzte Kanton, der auf dieses bürokratische Hindernis reagiert. In einigen Kantonen bemüht man sich zwar um Änderungen, in vielen anderen besteht die Regelung aber wie gewohnt weiter. Eine nationale Lösung kam bisher nicht zustande.