Allein in der Amtei Thal-Gäu verlor Brigit Wyss auf den kantonsweit am schlechtesten gewählten Roland Heim 1972 Stimmen. Dazu kam ein weiteres Minus von 606 Stimmen in der Amtei Olten-Gösgen. Der im unteren Kantonsteil eingehandelte Rückstand von 2578 Stimmen liegt damit um 33 Stimmen über den 2545 Stimmen, die Wyss in der Endabrechnung vom Letztgewählten trennen.

Anders gesagt: Im unteren Kantonsteil «verspielte» die grüne Kandidatin den minimen Vorteil von 33 Stimmen, den sie im ganzen restlichen Kanton gegenüber Roland Heim herausgeholt hatte, deutlich. Ohne das Ergebnis des unteren Kantonsteils wäre Wyss gewählt worden – freilich nicht auf Kosten von Roland Heim, sondern von Roland Fürst, der von seinem Top-Resultat in der eigenen Amtei profitierte, im oberen Kantonsteil aber gegenüber den andern drei Kandidierenden klar abfiel.

Stadt-Land-Graben

Klar wird, dass Brigit Wyss vor allem im urbanen Raum und in verstädterten Dörfern wie Agglomerationsgemeinden punkten konnte, weniger aber im ausgesprochen ländlichen Raum. Im unteren Kantonsteil verlor sie zwar insgesamt die Wahl, doch lag sie in den Gemeinden Schönenwerd, Starrkirch-Wil und Trimbach vor Roland Heim. In Wisen sowie in der Stadt Olten erzielte sie sogar das beste Resultat aller vier Kandidierenden.

Gleiches lässt sich vom Stadtsolothurner «Derby» sagen: Hier liess Wyss den CVP-Mann Heim um 407 Stimmen deutlich hinter sich. Im oberen Kantonsteil als Ganzem lagen Wyss und Heim nicht weit auseinander: 30 Stimmen mehr als seine Kontrahentin konnte Roland Heim hier auf sich vereinen. Dass Wyss im Bucheggberg besser abschnitt als Heim, hat wohl vorab parteihistorische Gründe und widerlegt die Stadt-Land-Graben-These nicht.

Im Schwarzbubenland vermochte sich Wyss demgegenüber einen Vorsprung von 63 Stimmen auf Heim zu erarbeiten. Wobei die beiden Bezirke völlig unterschiedlich stimmten: Im Dorneck lag die grüne Kandidatin um 451 Stimmen vor dem CVP-Mann, der umgekehrt im Thierstein um 388 Stimmen besser abschnitt als Wyss. Die schon mehr oder weniger zur Agglomeration Basel zählenden Dornecker Gemeinden wählten also eher grün, die ländlicheren Thiersteiner Gemeinden eher schwarz. Was indessen nur relativ zu verstehen ist, denn Beinwils Gemeindepräsident Remo Ankli, der nun für die FDP in die Regierung einzieht, kam im Schwarzbubenland auf mehr als doppelt so viele Stimmen wie der hier zweitplatzierte Roland Fürst.