Eine Freiheitsstrafe von 7 Jahren und drei Monaten: So lautete das Strafmass im Urteil des Solothurner Obergerichts gegen den 33-jährigen Bojan K. Der Kosovare hatte im Dezember 2007 vor dem damaligen Dancing «Rondo» in Oensingen sechs Schüsse in Richtung dreier Männer abgegeben.

Er habe seinen Kollegen beschützen wollen, der mit einem der zwei anderen Männer in eine Rangelei geraten war, hatte der Beschuldigte in der vorangegangenen Verhandlung gesagt. «In dieser Situation spielt die Handlungsabsicht Im Fall aber keine Rolle», so Oberrichter Marcel Kamber bei der Urteilseröffnung.

Bojan K. habe mit seinem Handeln eine grosse Gefahr für die drei Männer geschaffen. Diese befanden sich zum Tatzeitpunkt im nur 1,5 Meter breiten Eingangsbereich des Lokals. «Es war reiner Zufall, dass keiner der Männer verletzt oder gar getötet worden ist», so das Gericht.

Das Amtsgericht Thal-Gäu hatte Bojan K. in erster Instanz für mehrfache versuchte vorsätzliche Tötung und weitere Delikte zu 8,5 Jahren Haft verurteilt. Sein Verteidiger Roland Winiger plädierte aber auf einen Freispruch im Fall der vorsätzlichen Tötung und ging in Berufung.

Sein Mandant habe bewusst daneben geschossen und hätte getroffen, wenn er gewollt hätte.
Das liess das Obergericht zwar nicht gelten. Allerdings habe Bojan K. tatsächlich keinen direkten Tötungsvorsatz gehabt, sondern habe den Tod der Opfer lediglich in Kauf genommen.

Strafmindernd kam zudem der Umstand hinzu, dass das Strafverfahren «lange liegen gelassen wurde», wie Oberrichter Kamber sagte, selbst nachdem der Verteidiger Beschwerde eingereicht habe. (MVA)