Cornelia Füeg (FDP) war 1975 die erste – Bea Heim (SP) die möglicherweise (vorläufig) letzte Frau, die den Kanton Solothurn im Nationalrat vertritt. So könnte es herauskommen, wenn am 20. Oktober nicht ein «Wunder» geschieht.

Vor vier Jahren war Langzeit-Nationalrätin Bea Heim (seit 2003) auch mit dem Argument noch einmal angetreten, sie müsse die Solothurner Frauenvertretung im Nationalrat sichern. Ende Legislatur, wenn sie tatsächlich ausscheidet, sieht die Lage für die Frauen nicht wirklich besser aus: Die anderen Bisherigen – 1 FDP, 1 CVP, 1 SP, 2 SVP – alles Männer, treten wieder an, und sie haben ihre Sitze mehr oder weniger auf sicher.

Selbst die Heim-Vakanz dürfte durch einen Mann besetzt werden. Eine Behauptung, die sich aufdrängt, seit alt Regierungsrat Peter Gomm (Olten) seine Nationalratskandidatur angekündigt hat. Wenn die SP wie bisher mit einer Ost- und einer Westliste antritt, ist Gomm auf der Ostliste zu favorisieren. Auf der Westliste kommt es wohl – einmal mehr – zu einem Wettstreit zwischen dem Bisherigen Philipp Hadorn (Gerlafingen) und Kantonalparteichefin Franziska Roth (Solothurn). Bis jetzt hat stets Hadorn das Rennen (knapp) für sich entschieden. Wiederholt sich die Historie, dann dürfte eine vorläufig frauenlose Solothurner Deputation Tatsache sein.

Und die anderen Parteien?

FDP: Kurt Fluri (Solothurn) kann als gesetzt gelten. Um zu einem zweiten Sitz zu kommen, müsste noch ein Ruck durchs Land gehen. Und dann fiele dieser zweite Sitz wohl kaum an eine Frau. Denn nach den Abgängen von Anita Panzer und Marianne Meister fehlt es der FDP an einer Frau mit kantonsweiter Strahlkraft. Es sei denn, es könne noch eine «Überraschungskandidatin» aus dem Hut gezaubert werden.

CVP: Die Partei wird nicht über einen Sitz hinauskommen, und den dürfte sich der Bisherige, Stefan Müller-Altermatt (Herbetswil), kaum streitig machen lassen – es sei denn, dass ihn sein Engagement für einen Wisent-Park im Thal zu viele Stimmen kostet. Mit den Kantonsrätinnen Sandra Kolly-Altermatt (Kantonalparteipräsidentin, Neuendorf) und Susanne Koch Hauser (Gemeindepräsidentin, Erschwil) werden zwei valable Kandidatinnen ins Rennen geschickt, doch diesen stehen wohl noch andere Männer vor der Sonne.

SVP: In dieser Partei hat eine Frau garantiert keine Chance auf einen Sitz: Hier sitzen die zwei Bisherigen, Walter Wobmann (Gretzenbach) und Christian Imark (Fehren), zu fest im Sattel.

Grüne: Auch wenn das SRG-Wahlbarometer den Grünen Stimmengewinne voraussagt: Für den Nationalratssitz einer Frau wird es kaum reichen.