Es ist eine fast schon ewige Geschichte. Vor 16 Jahren hatte der Kanton einer Privatperson die Bewilligung erteilt, eine Bike-Strecke am Weissenstein zu bauen. Das Resultat war eine unbefriedigende Strecke, welche die Wanderwege und die Weissensteinstrasse kreuzt. Konfrontationen mit Wanderern und gefährliche Situationen auf der Hauptstrasse sind die Folge davon. Zudem haben sich Jäger, Naturschützer und Wanderer teilweise vehement gegen den weiteren Betrieb gewehrt.

Im Jahr 2008 hat sich die Seilbahn Weissenstein AG der Sache angenommen und die Baubewilligung übernommen. Gemeinsam mit der Gemeinde Oberdorf sowie dem kantonalen Bau- und Justizdepartement wurde eine neue Planung erstellt. Diese wird am Dienstagabend in der Kächschür in Oberdorf vorgestellt. Zum einen werden die Gestaltungspläne der Bike-Strecke vorgestellt, zum anderen eine Kompensationsmassnahme aufgezeigt, welche als Kompromiss in Zusammenarbeit mit den Vertretern der betroffenen Jagdreviere erarbeitet wurde.

Diese soll zwei sogenannte «empfohlene Wildruhezonen» schaffen, welche nur für die Jagd und Forstwirtschaft zugänglich sein werden. «Das Betreten dieser Zonen ausserhalb der Wege wäre somit nicht mehr erlaubt – weder für Wanderer, noch für Biker», sagt Stephan Schader vom kantonalen Amt für Raumplanung. «Orientierungsläufe beispielsweise, wären in diesen Gebieten nicht mehr erlaubt.» Die erste empfohlene Wildruhezone ist unmittelbar westlich der Station Nesselboden geplant, die zweite westlich des Hinterweissensteins Richtung Gänsbrunnen.

Reaktionen sind ungewiss

Von welchen Seiten mit Gegenwind zu rechnen ist, wird sich dann zeigen. «Ziel der Mitwirkungsveranstaltung ist es, dass ein konkreter Plan vorliegt, dem alle zustimmen können», sagt Stephan Schader vom Amt für Raumplanung. «Es steht genügend Zeit zur Verfügung, um kritische Fragen zu stellen.» Ihm zufolge sollen alle Lager ihre Anliegen einbringen können, damit man zu einer gemeinsamen Lösung kommen kann.

Unterstützung oder Widerstand

Entschieden wird am Dienstag noch nichts. Dennoch wird die allgemeine Stimmungslage zu erkennen sein. Sind die Reaktionen positiv, könnte die Seilbahn Weissenstein AG die Strecke weiter planen, um sie im Frühsommer 2019 in Betrieb zu nehmen. Sollte sich jedoch erneut grosser Widerstand zeigen, wird die Übung abgeblasen. «Es hat keinen Wert gegen Windmühlen zu kämpfen», sagt Rolf Studer, Vizepräsident der Seilbahn Weissenstein AG. Er fügt hinzu: «Es ist eine lösungsorientierte Variante, welche allen in die Karten spielen würde.». Die Kosten für die baulichen Massnahmen, sowie die Organisation und Überwachung der Strecke würde die Seilbahn Weissenstein AG übernehmen. Wird die Bike-Strecke nicht gebaut, bleibt die unbefriedigende Situation weiterhin bestehen.

Die Mitwirkungsveranstaltung findet am Dientag um 19.00 Uhr in der Kächschür in Oberdorf statt.