Er habe einen wortwörtlich stürmischen Start in sein neues Amt gehabt, stellte Peter Brotschi (Grenchen) bei der Begrüssung fest. Der CVP-Kantonsrat ist seit diesem Jahr Präsident des Verbands der Bürgergemeinden und Waldeigentümer des Kantons Solothurn (BWSO). In den ersten Januartagen erreichte das Sturmtief «Burglind» die Schweiz und brachte heftige Winterstürme aus Südwest.

An ihrem Höhepunkt, am Mittwoch 3. Januar, mittags zwischen 10 und 14 Uhr, erreichten die Windböen Geschwindigkeiten bis zu 200 Stundenkilometer. Wegen «Burglind» kippten auf der Autobahn Lastwagen um und ganze Waldareale lagen am Boden. An seinem von rund 160 Delegierten besuchten Informationsanlass in Egerkingen bilanzierte der Verband die Folgen des Wintersturms.

Manuel Schnellmann vom Kantonalen Amt für Wald, Jagd und Fischerei schilderte die Stunden und Tage «danach». Er nahm sofort Kontakt auf zu den Förstern auf und sammelte Informationen über die Schäden an Infrastruktur und Wald. An einer Begehung im besonders betroffenen Gäu machten sich die Verantwortlichen ein Bild über die Schadenslage. Privatpilot Peter Brotschi überflog die Gebiete und diente mit Bildmaterial.

Den Schaden als Chance nutzen

Am 5. Januar konnte bereits eine erste provisorische Bilanz gezogen werden. In ganzen Kanton richtete der Wintersturm Streuschäden an, das heisst, einzelne Bäume wurden entwurzelt. Am Jurasüdfuss waren die Schäden heftiger, vor allem im Gäu und Niederamt, wo zum Teil mehr als eine Jahresnutzung am Boden lag. Insgesamt rechnet man mit 115'000 Kubikmeter Holz, das unplanmässig verarbeitet werden muss. «Die umgestürzten Bäume wurden sofort und professionell weggeräumt», stellte Manuel Schnellmann fest.

Anschliessend müssen die beschädigten Waldwege instand gestellt werden. In einem nächsten Schritt gilt es, die Wiederaufforstung an die Hand zu nehmen. Hier sieht Schnellmann die Sturmschäden auch als Chance, die Bestockung mit Baumarten vorzunehmen, die standortgerecht und mit dem Klimawandel besser zurechtkommen.

Urs Wehrli, Kommunikationsleiter beim Verband «Wald Schweiz», berichtete im zweiten Teil über seine Erfahrungen, als der der verwüstende Sturm die Wälder plötzlich zum Medienereignis werden liess. Die Herausforderung habe darin bestanden, die Relationen ins rechte Licht zu rücken. Zwar brachte der Sturm die Planung durcheinander, aber die Schäden waren doch geringer als beim «Lothar», und am Ende wurde weniger Holz umgeworfen, als ohnehin geerntet worden wäre.

Schliesslich informierte Lorenz Bader von der Geschäftsstelle des BWSO über die auf 2021 terminierte Einführung des neuen Rechnungslegungsmodels HRM2 light bei den Bürgergemeinden. Dieses löst das Modell von 1986 ab und widerspiegelt die Ertrags- und Vermögenslage klarer und transparenter. Geschäftsleiter Patrick von Däniken rundete den Anlass ab, in dem er einen Vorgeschmack auf die nächste Solothuner Herbstmesse HESO gab, wo sich der Verband mit der Sonderschau «Kraftort Wald» präsentieren wird.

Nach Sturm Burglind: In Solothurn an der Baselstrasse 6 sind am Donnerstagmorgen 21 Bäume gefällt und mit dem Helikopter abtransportiert worden

Nach Sturm Burglind: In Solothurn an der Baselstrasse 6 sind 21 Bäume gefällt und mit dem Helikopter abtransportiert worden (Februar 2018)

Es handelte sich um 21 Bäume, die entfernt werden mussten, grossteils weil entwurzelt, aber ein Teil auch, weil sie am Stamm von «Burglind» Schaden nahmen.