Im Geschäftsjahr 2012 sei es zudem zu keinem Ereignis mit schweren finanziellen Folgen gekommen wie 2011, teilte die AEK am Mittwoch mit. 2011 hatte die Schliessung der Papierfabrik Sappi in Biberist die AEK gezwungen, hohe ausserordentliche Sonderabschreibungen vorzunehmen.

Mit einem Gewinn von 8,8 Millionen Franken sei der Jahresgewinn jetzt wieder auf «normaler Höhe». Das operative Ergebnis (Ebit) fiel mit 11,2 Millionen Franken leicht höher aus als erwartet.

Noch-Verwaltungsratspräsident Ulrich Bucher und Direktor Walter Wirth informieren über das Geschäftsjahr 2012.

Noch-Verwaltungsratspräsident Ulrich Bucher und Direktor Walter Wirth informieren über das Geschäftsjahr 2012.

Der markanten Steigerung des Gewinns stand ein Umsatzrückgang um 15,7 auf 174,8 Millionen Franken gegenüber. Die AEK führt dies auf einen tieferen Stromabsatz zurück. Dieser ging gesamthaft um 9 Prozent auf 995 Millionen Kilowattstunden zurück.

Industriekunden verbrauchen weniger Strom

Nach dem Wegfall der Papierfabrik Sappi reduzierte sich der Stromverbrauch im Bereich Grosskunden um 17 Prozent. Der Verlust eines Grosskunden im Versorgungsgebiet eines Vertriebspartners führte ebenfalls zu einer Einbusse. Demgegenüber stieg der Bedarf an Strom bei den KMU sowie bei den Haushalt- und Gewerbekunden. Die KMU profitierten laut AEK von einer stabilen Konjunktur. Sie verbrauchten 192 Mio. kWh - also rund 7 Mio. kWh mehr Strom. Bei den Haushalt- und Gewerbekunden war der kalte Winter mitverantwortlich für einen Mehrverbrauch von über 4 Prozent. Sie bezogen rund 230 Mio. kWh Strom und damit rund 10 Mio. kWh mehr.

Die AEK investierte im vergangenen Jahr 16 Millionen Franken in die Netzinfrastruktur. Das Unternehmen schloss mehrere langfristige Stromlieferverträge mit KMU ab. Weiter vorangetrieben wurde die Zusammenarbeit mit Gemeinden. Derzeit lassen neun Gemeinden mit eigenem Stromnetz die administrativen Arbeiten durch die AEK erledigen.

AEK-Pellets schwierige Lage gemeistert

Stark entwickelte sich bei der AEK der Umsatz im Bereich Elektroinstallationen. Die Installation von Photovoltaik-Anlagen und der Bereich "Intelligentes Wohnen" seien zwei vielversprechende und wachsende Geschäftsfelder.

Etwas schwierig ist laut AEK-Angaben derzeit die Marktsituation im Bereich Pellets. Bereits im 2011 machten der AEK Pellet AG der anhaltend starke Franken und die Billigangebote aus dem Ausland schwer zu schaffen. Dank des sehr kalten Februars 2012 seien die Absatzmengen wieder angestiegen und die Lagermengen hätten abgebaut werden können, schreibt die AEK Gruppe. Die Billigangebote aus dem Ausland und damit ein noch höherer Preisdruck hätten abgenommen. «Wegen des anhaltend starken Schweizer Frankens gestaltete sich die Marktsituation jedoch weiterhin schwierig.»

Neuer Verwaltungsrat kommt

Ulrich Bucher, seit 1993 im Verwaltungsrat der AEK Energie AG

und seit 2005 Präsident des Verwaltungsrats, stellt sich an der ordentlichen Generalversammlung der AEK Energie AG vom 3. Mai 2013 nicht mehr zur Wiederwahl.

Der neue Verwaltungsrats-Präsident wird an der Generalversammlung vom 3. Mai 2013 bekanntgegeben.

Ebenfalls demissioniert haben die Verwaltungsratsmitglieder Kurt Baumgartner (Vizepräsident), Michael Wider und Beat Lorétan. Als Ersatz für Baumgartner und Wider werden der Generalversammlung Reinhold Frank (Leiter Energieservice, Alpiq Holding AG) und Dr. Martin Eschle (Leiter Vertrieb Schweiz, Alpiq AG) zur Wahl vorgeschlagen. Ulrich Bucher und Beat Lorétan werden nicht ersetzt. (ldu/sda)