Hotel und Kultur
Sanierung abgeschlossen: Im Kloster Dornach hält die Moderne Einzug

Das Ende der Sanierungsarbeiten im Kloster Dornach wird demnächst gefeiert. Das «neue» Kloster hält einige Überraschungen bereit.

Daniel Aenishänslin
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«Wir hätten den Hotelbetrieb einstellen müssen», sagt Kurt Henzi, Vizepräsident der Stiftung Kloster Dornach. Doch nun ist das Kloster saniert. Am Samstag in einer Woche feiert es seine Auferstehung mit einem Eröffnungsfest und Tag der offenen Türen. Ein Kloster im engeren Sinn ist es schon seit knapp drei Jahrzehnten nicht mehr. Heute stützt es sich auf die vier Pfeiler Restaurant, Hotel, Kultur und Kirche.

3,5 Millionen Franken mussten investiert werden. Die beiden Gewölbekeller sind nun nicht mehr kalt und feucht. Fortan werden darin Apéros, Weihnachtsessen oder Vereinsversammlungen stattfinden. «Ein Gewinn für die Gemeinde», betont Henzi. Extravagant: Einer der Gewölbekeller verfügt über einen Glasboden, durch den man das ursprüngliche Steinpflaster sehen kann.

Eine grosse Erleichterung gerade für das Gastroteam ist der neue Lift. Erstmals überhaupt kann nun von dieser Technik Gebrauch gemacht werden. Zuvor musste alles aus der Küche die Treppe hoch geschleppt werden, wenn in einem der oberen Räume ein Essen anstand. Dank der sieben neuen Brandschutztüren durfte die Hotellerie überhaupt erst wieder ins Kloster zurückkehren.

Gründung und Bau das Klosters Dornach gehen auf Maria Magdalena von Roll zurück. Dank ihres Legats über 6000 Gulden konnte am 24. Oktober 1673 der Grundstein eingesegnet werden. Am 16. Juli 1676 zogen die ersten Kapuzinermönche ein, vier Patres und zwei Brüder. Sie kamen aus Klöstern der Innerschweiz. Im franziskanischen Bettelorden der Kapuziner geht es bescheiden zu. Stille, Gebet und Volksnähe prägen ihn.

Entsprechend ist das Kloster gebaut. Die Türen sind schmal. Ein Turm fehlt gänzlich. Sogar die Aufstockung von 1928 verlief auf die kostengünstigste aller möglichen Arten. Das Dach wurde abgebaut, neben dem Kloster gelagert und dann auf das zusätzliche Stockwerk wieder aufgesetzt.

«Die Kapuziner machten alles selbst», erzählt Thomas Keller vom Architekturbüro Glaser Saxer Keller. Der Mensch müsse auf sich zurückgeworfen werden, interpretiert Keller. Dies bedingte, dass die Mönche das Kloster nicht selbst besassen. Es gelangte in den Besitz des Kantons Solothurn, der das Nutzungsrecht vor 27 Jahren an die Stiftung Kloster Dornach weitergegeben hat, als die letzten Mönche das Kapuzinerkloster verliessen.

Ermöglicht hat die jüngste Sanierung das Legat des ehemaligen Dornacher Bürgerammanns Richard Boder und seiner Frau Dorothee im Umfang von 4 Millionen Franken. Der Kanton Solothurn steuerte 300 000 Franken bei. Durch handfeste Mithilfe von Rotary- und Lions-Clubs konnten zudem 12 000 Franken eingespart werden. Begleitet wurde das Projekt von Stefan Blank von der Kantonalen Denkmalpflege.

Das Richtige für Aussteiger

Mit der Neueröffnung setzt Barbara van der Meulen, die künstlerische Leiterin, einige Akzente. Noch nie seien die drei Altarbilder überhängt worden. Nun tut dies erstmals Jan Hostettler mit seinen Werken «Lehm», «Holz» und «Knochen». Da dies entgegen aller Gewohnheit sei, würden Hostettlers Werke stärker wahrgenommen; genauso wie anschliessend wieder die angestammten Bilder.

«Ein Spiel mit der Wahrnehmung», nennt es van der Meulen. Im Garten und auf dem Denkmalplatz stellt René Küng aus. Unter dem Leitthema «Aussteigen-auf-Zeit» läuft ein Residenzprogramm. Bis zu vier Wochen lang kann eine Klosterzelle bezogen werden, um zu zeichnen, zu schreiben und in sich zu kehren.

Eröffnungsfest

Das Kloster Dornach feiert seine Wiedereröffnung am 21. Oktober mit einem Tag der offenen Tür und einem Festgottesdienst. Mehr Infos unter www.klosterdornach.ch.