Kanton Solothurn
«Samaritersache ist Herzenssache» — den Verband plagen Nachwuchs-Sorgen

Der Samariterverband Solothurn hielt seine 92. ordentliche Delegiertenversammlung ab. Nach vielen Vakanzen im letzten Jahr konnte nun der Vorstand neu bestellt werden.

Walter Schmid
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So präsentiert sich der neue Vorstand (v.l.): Heidi Schindelholz, Heidi Stampfli, Denis Borgel, Präsidentin Silvia Stöckli, Raphael Bader und Isabella Lisser.

So präsentiert sich der neue Vorstand (v.l.): Heidi Schindelholz, Heidi Stampfli, Denis Borgel, Präsidentin Silvia Stöckli, Raphael Bader und Isabella Lisser.

Vor Beginn der 92. Ordentlichen Delegiertenversammlung trafen sich die Samariter zur feierlichen Verleihung der Henry Dunant-Medaillen in der Kirche zu Aedermannsdorf. 14 verdiente Mitglieder, die 25 Jahre aktiv im Verein mitarbeiteten oder während 15 Jahren ein Amt bekleideten, durften die höchste Auszeichnung im Samariterwesen entgegen nehmen. Christine Altermatt und Sandra Diemand umrahmten den Anlass mit Panflötenklängen.

Präsidium neu besetzt

Nach vielen Vakanzen im letzten Jahr konnte nun der Vorstand des Samariterverbandes Solothurn neu bestellt werden. Silvia Stöckli (Lüterswil) erklärte sich nach einem Jahr als Kontaktperson bereit, sich zur Präsidentin wählen zu lassen. Raphael Bader (Oberbuchsiten) übernimmt das Vizepräsidium, Heidi Stampfli (Aedermannsdorf) führt weiterhin die Kasse und Denis Borgel (Biberist) betreut die Aus- und Weiterbildungskommission.

Neu im Vorstand sind zudem Heidi Schindelholz (Balsthal) und Isabella Lisser (Mümliswil). Mit viel Applaus wurde der neue Vorstand bestätigt. Heidi Obi (Obergerlafingen) wird nach vielen Jahren Samariterarbeit zum Ehrenmitglied ernannt.

Sorgen um den Nachwuchs

Nebst der Besetzung der verschiedenen Posten macht dem Solothurner Samariterverband die schwindende Mitgliederzahl Sorgen. Noch zählt der Verband 40 Vereine mit 885 Aktivmitgliedern – aber dies sind drei Vereine und 95 Mitglieder weniger als im Vorjahr. Dazu kommen zwei Help-Samariterjugend-Gruppen mit 58 Jugendlichen. Im Verbandsgebiet sind 59 Kursleiter und Samariterlehrer tätig, dazu vier Instruktoren Fachtechnik.

Die Vertreterin des Schweizerischen Samariterbundes Ursula Furrer zeichnete ein eher düsteres Bild der Zukunft der Samariterbewegung. «Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet». Unter diesem Motto ermunterte sie die Verantwortlichen aller Stufen und Mitglieder zur Fortsetzung ihrer wertvollen Arbeit.

Neues Alarmierungssystem

Samaritersache sei Herzenssache, stellte auch Daniel Peter fest, er ist der Leiter der Alarmzentrale der Solothurner Spitäler. Die Alarmierung bei Herznotfall erfolgt ab nächstem Jahr über die Applikation Momentum, das heisst über eine App auf dem Smartphone. Damit wird die bisherige Alarmierung über die Feuerwehr abgelöst. Kritische Fragen aus der Versammlung sind noch zu klären, eine umfassende Information stellte Daniel Peter in Aussicht.

Die Organisation des Anlassen lag in den Händen der Mitglieder des Samaritervereins Aedermannsdorf unter der Führung von Robert Häni. Die Durchführung der Delegiertenversammlung im nächsten Jahr übernimmt der Samariterverein Gäu.

Kantonsratspräsident Urs Ackermann liess es sich nicht nehmen, den Samaritern von höchster Warte aus Grüsse zu überbringen und für die Arbeit zu danken. Bruno Born, Präsident der gastgebenden Gemeinde, stellte bei strahlendem Frühlingswetter sein Dorf ins richtige Licht, unterstrich die Bedeutung der Dorfvereine und pries die Vorzüge des Naturparks Thal.