Die Vorwürfe waren happig. Amtsmissbrauch und ungetreue Amtsführung warf ein hiesiger Bürger einem Gerichtsstatthalter, verschiedenen Oberrichtern und der Mitarbeiterin eines Betreibungsamtes vor. Das war am 28. Mai dieses Jahres.

Nur wenige Wochen später teilte die Staatsanwaltschaft dem erbosten Mann mit, sie nehme die Strafanzeige nicht an die Hand. Und auch das Obergericht kam – wiederum nur einige Wochen danach – zum Schluss, es gebe tatsächlich keinen Grund für eine Strafuntersuchung. Doch das reichte dem Beschwerdeführer noch nicht. Er gelangte ans Bundesgericht.

Und war auch an höchster Stelle nicht erfolgreich. «Lausanne» beschied ihm in einem jüngst ergangenen Urteil, weil er keine Zivilansprüche geltend mache, sei er zur Beschwerde in Strafsachen nicht legitimiert. Und wenn er schon «unbekümmert um die fehlende Legitimation», wie das Bundesgericht ausführt, seine Parteirechte geltend machen wolle, müsse die Rüge in der Beschwerde vorgebracht werden. Begründet sollte sie allerdings schon sein, hielten die Lausanner Richter fest. Die «blosse Behauptung, man schütze Berufskollegen», genüge den Begründungsanforderungen jedenfalls nicht.

Ausser Spesen nichts gewesen? Denkste. Das Bundesgericht sah ausnahmsweise von einer Kostenauflage ab. Und musste sich so immerhin nicht noch um das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege kümmern. Unschwer zu erahnen, dass ein abschlägiger Bescheid neue Eingaben provoziert hätte.

Clevere Juristen! Weise und gerecht zugleich. Das Vertrauen in die Justiz – sollte es je Schaden genommen haben – ist wiederhergestellt. Salomon sei Dank.

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