Ausweisentzüge
Rund 2500 Solothurner mussten im vergangenen Jahr ihr Billett abgeben

Im Jahr 2013 wurde 2438 Solothurnern der Führerschein entzogen. Die Hauptgründe dafür waren Alkohol und Geschwindigkeitsübertretungen. Eine eher geringere Rolle spielte das Fahren unter Drogeneinfluss. Nur 50 Personen verloren deshalb ihr Billett.

Lucien Fluri und Philipp Eng
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916 Lenker mussten ihr Billet wegen zu hohen Geschwindigkeiten abgeben. Meist war es ein Monat.

916 Lenker mussten ihr Billet wegen zu hohen Geschwindigkeiten abgeben. Meist war es ein Monat.

Archiv SZ

Tempobolzer Boris Banga ist zwar der bekannteste Solothurner, der 2013 seinen Fahrausweis verlor - aber bei weitem nicht der einzige: 2438 Solothurner mussten ihr Billett im letzten Jahr unfreiwillig abgegeben, etwas weniger als 2012.

Damals waren es 2601 Entzüge. Das geht aus den Zahlen des Bundesamtes für Strassen hervor. In der ganzen Schweiz mussten 2013 75 699 Fahrausweise abgegeben werden.

Wie bei Banga war der Druck aufs Gaspedal bei den meisten Solothurner Verkehrssündern der Grund für den Permis-Verlust. 916 Ausweisentzüge gingen auf überhöhte Geschwindigkeit zurück (Vorjahr 976).

An zweiter Stelle folgt gleich der Alkohol: 387 Solothurner durften nach einer Fahrt mit zu hohem Alkoholpegel für längere Zeit nicht mehr hinters Steuer. Weitere Gründe waren Unaufmerksamkeit (204 Fälle, 195 davon mit Unfall), Missachten des Vortritts (123, davon 113 mit Unfall), Nichteignung wegen Krankheit und Gebrechen (125 Fälle) und Fahren mit ungenügendem Abstand (156 Fälle).

Junge Lenker oft ohne Ausweis

In der Regel dauerte der Entzug einen Monat (988 Fälle), 581 Lenker mussten drei Monate warten, bis sie wieder hinters Steuer durften.

Gegen 40 Mio. Fahrzeuge erfassten die Radaranlagen

2013 haben Radaranlagen im Kanton insgesamt 39 575 925 Fahrzeuge gemessen. Dies zeigen die Zahlen der Kantonspolizei Solothurn. Davon wurden 4,177 Mio. durch mobile Geräte gemessen. Am eisten Verkehr gab es erwartungsgemäss auf der Autobahn. Von den gegen 40 Mio. Fahrzeugen wurden 35,4 Mio. auf den Augobahnen gemessen. Die Zahl derer, die zu schnell unterwegs waren, ist gering: Es waren lediglich 228277 - oder 0,64 Prozent. Auf der A1 bei Oberbuchsiten zählte die fest installierte Radaranlage 25 Mio. Fahrzeuge - in beide Fahrrichtungen. Offenbar ist die Anlage bekannt - oder es kann wegen der Verkehrsdichte gar nicht zu schnell gefahren werden, denn im kantonsweiten Vergleich ist die Zahl der Geblitzten tief: Nur 0,14 Prozent oder 35752 Fahrzeuge fuhren bei Oberbuchsiten zu schnell. (lfh)

Beim Alter der Verkehrssünder bestätigt sich der Vorbehalt gegen junge und jüngere Lenker: 881 sind unter 30 Jahre alt, 346 zwischen 30 und 40; 439 zwischen 40 und 50. Von den über 70-Jährigen mussten nur gerade 144 den Ausweis abgeben.

550 Ausweise hat die Solothurner Motorfahrzeugkontrolle (MFK) 2013 aberkannt. Dabei geht es laut Peter Gysin, Chef Führerzulassung bei der MFK, um Ausländer, die in der Schweiz zu schnell gefahren sind. Ihnen wird die Fahrerlaubnis in der Schweiz entzogen, im Ausland dürfen sie weiterhin fahren.

180 Personen mussten nochmals eine Prüfung ablegen oder Kontrollfahrten mit Experten machen. Dabei geht nicht nur um Rentner, deren Fahrstil zu Zweifeln Anlass gibt. Auch Bürger aus Nicht-EU/Efta-Staaten müssen das Prozedere mitmachen, wenn sie ihren ausländischen Fahrausweis gegen einen Schweizer tauschen wollen.

Drogenkonsum

49-mal hat die MFK einen Ausweis wegen Drogenkonsums entzogen. Die Höhe der Strafe für «Fahren unter Drogeneinfluss» wird generell unterschätzt. Verglichen zum Vorjahr ist somit sogar ein kleiner Rückgang zu verzeichnen, da die Zahlen des Jahres 2012 in der gleichen Rubrik bei rund 60 Personen lagen. In der Gesamtschweiz wurden im Jahr 2012 2515 Personen die Lizenz entzogen, da sie unter Drogeneinfluss noch ihr Auto gefahren sind.

Laut Peter Gysin von der MFK in Bellach ist gerade der Cannabiskonsum das weit kleinere Problem als der Alkohol am Steuer. Allerdings habe eine «Verharmlosung» stattgefunden.

Oft werde deshalb unterschätzt, dass eine Autofahrt mit Cannabiseinfluss «im Minimum einen dreimonatigen Fahrausweisentzug und eine Geldstrafe im vierstelligen Bereich zur Folge haben kann.»