Ruderclub
Ruderclub Solothurn: Die Strecke auf der Aare fordert alles ab

Mit dem traditionellen Achterrennen wurde die Rudersaison abgeschlossen.

Hanspeter Schläfli (Text und Foto)
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Die Badner Ruderer gehen baden, die Basler sehen vom Boot aus zu.

Die Badner Ruderer gehen baden, die Basler sehen vom Boot aus zu.

Hanspeter Schlaefli

Baden geht baden und Blauweiss gewinnt – so lässt sich der wunderbare Samstag an der Aare im Hafen beim «Pier 11» zusammenfassen. Bei schon fast spätsommerlichen Verhältnissen wurde dort zum 28. Mal die Regatta des Solothurner Ruderclubs SRC ausgetragen. Ins Wasser gelassen wurden die Achter mit Steuermann, also die Königsklasse der Ruderer. Mit 21 Booten war die Solothurner Regatta einmal mehr sehr gut besucht.

So lange die «böse» Frau hinten laut herumschreit, legen sich vorne die kräftigen Männer so richtig ins Zeug. Zugegeben, bei den Ruderern ist dieser «running gag» nicht mehr ganz neu, aber am Samstag Mittag war er gleich mehrmals zu beobachten. Denn der Steuermann ist bei den Achtern nicht selten eine Frau. Nicht etwa wegen des Gewichts, das damit gespart werden könnte, denn das Reglement sieht vor, dass das mit Zusatzgewichten ausgeglichen werden muss. Es ist wohl eher die etwas hellere weibliche Stimme, die tiefer ins Unterbewusstsein einzudringen scheint. Die Kommandos der Steuerfrauen haben dadurch eine gute Wirkung – so auch beim Ruderclub Blauweiss Basel, der die 28. Austragung der Solothurner Achterrennen gewann. Der beste männliche Steuermann war Benjamin Gunzinger, der mit dem Solothurner Ruderclub auf den 4. Schlussrang kam. Bei den Frauen gewann ebenfalls Blauweiss Basel, bei den Masters war der Rowing Club Bern am schnellsten.

Die Königsklasse der Ruderer

Der Achter ist die Königsklasse der Ruderer. «Man muss es nicht nur in den Armen, sondern auch im Kopf haben», erklärt Jean-Louis Féraud, «sonst kann so ein Boot ganz einfach nicht harmonieren.» Die 10 Kilometer auf der Aare fordern von den Ruderern alles ab. «Es hat viele Kurven und bei der schwierigen Wende um das Inseli Länggrien kann man viel Zeit verlieren. Aber gewinnen ist aber nicht alles.». Er bezeichnet die Regatta als «ambitioniertes Plauschrennen». «Die Favoriten wollen natürlich gewinnen, aber es gibt auch viele Boote, die zum Plausch mitmachen.» Es ist aus Tradition das letzte Rennen, das die Solothurner Rudersaison definitiv abschliesst. Und das gemütliche Zusammenkommen sei deshalb fast so wichtig wie der Sport.

Normalerweise braucht es im November schon Überwindung, das Boot ins kalte Wasser zu lassen und dabei nasse Füsse zu kriegen. Diesmal war das bei schon fast spätsommerlichen 18 Grad und bei 13 grädigem Wasser ein reines Vergnügen. Da brauchte es etwas mehr, um zu beweisen, dass man ein harter Mann ist. Und so machte der Achter des RC Baden seinem Namen alle Ehre und ging in der Aare baden.

Boote brauchen genügen Platz

Dass die Boote für die Regatta beim Campingplatz und nicht beim Bootshaus des SRC ins Wasser gelassen wurden, hat einen praktischen Grund: «Hier hat es mehr Platz», erklärte Jean-Lous Féraud, «beim Haus könnten niemals 21 Boote starten.» Zudem wird das rund 100 Jahre alte Bootshaus renoviert. Für das an die Rennen anschliessende Fest stimme hier die Infrastruktur und mit den Betreibern des Restaurants «Pier 11» verstehe man sich ausgezeichnet.

Seit 15 Jahren liegt die Organisation der Regatta in den Händen von Jean-Louis Féraud – der war damals gerade 23, als er die Verantwortung übernahm. «Nur ein einziges Mal hat es geregnet, wir hatten immer Glück mit dem Wetter», blickt er zurück. «Manchmal ging eine kalte Bise, manchmal hatte es Nebel. Aber so schön warm wie diesmal sei es nie.» Nun übergibt Jean-Louis Féraud die Regatta in neue Hände. «Ich bin froh, dass ich mit Thomas Christen einen Nachfolger gefunden habe. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man beim letzten Mal weiss, dass jemand die schöne Tradition weiterführen wird.»

Die Rangliste

Kategorie Männer 1. Rang RB Blauweiss Basel; 2. SC Stansstad; 3. Basler RC; 4. Solothurner RC (Andreas Ehrsam, Jan Danz, Oliver Ingold, Flora Duchow, Andreas Zutter, Alain Frey, Tobias Stüdi, Patrick von Däniken und St. Benjamin Gunzinger); 5. RC Baden II; 6. RC Baden I.

Kategorie Masters 1. Rowing Club Bern; 2. SC Zug; 3. Basler RC; 4. RC Cham I; 5. RC Baden; 6. RC Hallwilersee I; 7. RC Hallwilersee II; 8. Wassersportverein Waldshut; 9. RC Cham II; 10. RC Sarnen.

Kategorie Frauen 1. RC Blauweiss Basel; 2. Basler RC.