Zu Hause RoKi

Rotes Kreuz organisiert für Notfälle eine Betreuung fürs Kind

Rund 30 Betreuerinnen stehen für die Kinderbetreuung zu Hause im Einsatz.

Rund 30 Betreuerinnen stehen für die Kinderbetreuung zu Hause im Einsatz.

Das Kind ist krank, der Job ruft. In solchen Notfällen bietet das Schweizerische Rote Kreuz Kanton Solothurn eine rasche Betreuung fürs Kind: Die «Kinderbetreuung zu Hause Roki».

«Im Prinzip gehen meine Töchter in die Kita. Aber wenn sie krank sind, ist dies nicht möglich.» Chantale Lutz unterrichtet als Dozentin am Businessbildungszentrum in Solothurn. Da sei es schwierig, den Kursteilnehmern abzusagen, weil die Kinder krank seien. Auch ihr Mann, der als Leiter Informatik arbeitet, kann nicht einspringen. Abhilfe schafft ihr die «Kinderbetreuung zu Hause RoKi» des Schweizerischen Roten Kreuzes Kanton Solothurn.

Der Dienst bietet in genau solchen Notfällen Hand, treibt innert weniger Stunden eine Betreuung auf. «Wenn ich am Abend schon weiss, dass ich auf jemanden angewiesen bin, organisieren sie eine Betreuungsperson für den nächsten Morgen um 7 Uhr», so Lutz. Gibt es denn sonst niemanden in der Gegend, der einspringen könnte? «Meine Eltern würden schon in der Nähe wohnen. Aber meine Mutter ist auch nicht immer gewillt, auf zwei kranke Kinder aufzupassen.» Sonst gebe es niemanden aus der Nähe, der aufpassen könne. «Entweder sind sie berufstätig oder haben selbst Kinder.» So kommt es, dass im Hause Lutz in Derendingen der Hütedienst des Roten Kreuzes durchschnittlich einmal pro Monat genutzt wird.

Kaum Platz für Unvorhergesehenes

Chantale Lutz ist nicht die Einzige, die in Notfällen auf RoKi zurückgreift. 2011 wurden im Kanton Solothurn in 115 Familien 460 Einsätze mit total 3550 Stunden geleistet. Dieses Jahr sollen es etwa 3000 Einsatzstunden bei 80 Familien sein.

Für Christa Moeri Gächter, Bereichs- und Einsatzleiterin Kinderbetreuung zu Hause RoKi, ist das Bedürfnis der Familien nach einem solchen Dienst klar gegeben. «Die Familie von heute braucht auf verschiedenen Ebenen Unterstützung. Es ist sehr hart, alles unter einen Hut zu bringen.» Nicht zuletzt der gesellschaftliche Wandel habe zu einer Veränderung geführt, so Moeri Gächter. «Frauen haben heute andere Ansprüche.» Oft würde ein Einkommen nicht mehr ausreichen, weshalb beide Elternteile arbeiten müssten. Im verplanten Alltag sei dann kein Platz mehr für Unvorhergesehenes wie beispielsweise kranke Kinder.

Notfall-, aber keine Dauerlösung

Rund 30 Betreuerinnen stehen im ganzen Kanton Solothurn für RoKi im Einsatz. Stundenweise rücken sie aus, wenn es brennt. Sie sind da, wenn die Kinder und Jugendlichen krank sind, wenn es den Eltern nicht gut geht oder die übliche Betreuungsperson ausfällt. «Wir sind aber auch bereit, in anderen Fällen in Anspruch genommen zu werden», so Christa Moeri Gächter. Dann gelte aber der Maximaltarif. Grundsätzlich sei RoKi keine Dauerlösung, betont sie. Auch sei der Dienst nicht nur für sozial Schwache da.

«Kranke Kinder liebevoll betreuen», verspricht RoKi. Für die zweifache Mutter Chantale Lutz, die die Betreuung für ihre Töchter Mara und Nala gerne in Anspruch nimmt, erfüllt sich dieses Versprechen: «Die Betreuerinnen können gut auf die Kinder eingehen und sie beschäftigen», sagt sie. RoKi bezeichnet sie als «beste Lösung». Bereichsleiterin Christa Moeri Gächter weiss: «Wir bieten keine optimale Lösung – nur eine gute Lösung in einer schwierigen Situation.»

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