Ich habe This Jenny als frischgebackener Nationalrat kennen gelernt. Er kam auf mich zu und hat sich ganz einfach mit «ich bin der This» vorgestellt. Er hatte nichts von der damals noch üblichen noblen Distanziertheit gestandener Ständeräte. Er machte ein paar flotte Sprüche, und das Eis war gebrochen. Von jenem Moment an hatte ich das Gefühl, zu This’ Freunden zu gehören. Dieses Gefühl der Verbundenheit blieb auch nach meinem Ausscheiden aus dem Parlament. Dann das Wiedersehen in der Frühlingssession 2010 nach meiner Wahl in den Ständerat. Ich habe mich ganz besonders gefreut, This wieder zu treffen. Ich glaube, er sich auch ein bisschen. Vielleicht, weil uns ein paar Sachen verbanden. This Jenny war ausgesprochen kein Freund abgehobener Gestelztheit. Intellektualistische Hochstapelei war ihm ebenso zuwider wie inhaltsleere Rituale. Er brachte es gerne auf den Punkt und nannte das Kind beim Namen. Für alle verständlich und für wenige nicht zu fassen. This hat mit grosser Ernsthaftigkeit, aber immer mit einem Augenzwinkern politisiert. Er hat uns vor Augen geführt, dass dies möglich ist. Und er hat gezeigt, dass auch glasklare Positionen nie, wirklich nie, bösartig und verletzend sein müssen.

This hat Politik immer sehr ernst genommen; die Politikerinnen und Politiker (und damit auch sich selbst) immer dann, wenn es angebracht war. Und das war es ja nach seiner zutreffenden Meinung bei weitem nicht immer. This war nicht einfach bloss lustig. Er war ein fröhlicher Mensch mit einer unbändigen Freude an der Politik und der Debatte. Ernsthaftigkeit, Freude und Fröhlichkeit waren für ihn keine Gegensätze. Im Gegenteil, sie bedingen sich gegenseitig. Auch das haben wir von ihm lernen können. This Jenny hat es aus schwierigsten Verhältnissen ganz nach oben geschafft. Beruflich, politisch, gesellschaftlich und sportlich. Er hat gewusst, dass es dazu viel Talent, unglaublichen Fleiss, aber auch eine Portion Glück brauchte. Dafür war er immer dankbar. Und er wusste, dass nicht alle Menschen so viel Talent, Zielstrebigkeit und Glück haben. Dass es halt auch Menschen auf der Schattenseite des Lebens gibt. Ihnen galt ein schöner Teil seines politischen Engagements. Als undogmatischer Menschenfreund mit klarer politischer Haltung. Auch das hat er uns gelehrt: Klar bürgerlich und Menschenfreund – das ist möglich! This Jenny wird der Politik fehlen. Vor allem wird er uns Politikerinnen und Politikern fehlen. Als fröhlicher Mensch, verlässlicher Freund und herausfordernder Partner in der Debatte.
Bhüet di Gott, lieber This