Aussen Glas, innen Beton. So zeigt sich der Neubau des Berufsbildungszentrums (BBZ) Solothurn-Grenchen in der Solothurner Vorstadt. Wer durch die Eingangstüre hinter die Glasfassade tritt, findet weisse Wände, graue Fussböden und ein graues Treppenhaus vor, das sich bis ins oberste Stockwerk durch die Mitte zieht und so eine Art Innenhof bildet.

Chemischer Zitronenduft liegt in der Luft. Frauen und Männer mit Leitern, Wischmopps und blauen Schuh-Überziehern gehen über den Boden. Dieser musste während der vergangenen Ferienwochen neu imprägniert werden, da sich Risse und Hohlräume im Belag gebildet hatten.

Auf den Böden sind noch wellenartige Spuren zu sehen, welche die Schleifmaschinen hinterlassen haben. Der Beton wurde mehrmals geschliffen, dann mit Zementschlemme aufgefüllt und schliesslich neu imprägniert.

Dasselbe auf der Treppe. Insgesamt rund 1300 Quadratmeter Fläche im Schulhaus wurden so neu gemacht. Laut Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli sind die Arbeiten nun so weit fortgeschritten, dass sie bei Schulbeginn kommenden Montag abgeschlossen sind.

Ärger über die Kosten

Die Arbeiten über die Ferienzeit kosteten 190'000 Franken. Dafür kommt der Kanton – also der Steuerzahler – auf. Das Risiko der Rissbildung war bekannt, wie Mäusli bereits erklärte. Dies, weil mit Hartbeton gearbeitet wurde, der im Vergleich etwas günstiger ist, aber eben auch anfälliger für Rissbildungen, während der Belag austrocknet. Schliesslich hatten sich aber mehr Risse gebildet als erwartet. Das Nassreinigen wurde, vor allem im Winter, problematisch.

Dazu hatten sich aber auch Hohlräume im Boden des zwei Jahre alten Neubaus gebildet. Diese laufen jedoch unter Baumängel. Diese kann der Kanton innert den ersten fünf Jahren geltend machen. Für das Auffüllen der Hohlräume musste also die Baufirma aufkommen.

Nach der Meldung über die Reparaturarbeiten gingen bei dieser Zeitung einige Reaktionen ein: Leser empörten sich über die Planung des Neubaus und vor allem über die Kosten zulasten der Steuerzahler. Laut dem Kantonsbaumeister kommt man nun unter dem Strich aber günstiger weg, als wenn man für die Böden von Anfang an einen anderen Belag gewählt hätte.

Günstiger als in Olten

So wie etwa im Neubau der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten. Dort wurde die Betondecke nicht mit Hartbeton, sondern mit Zement und einer zementösen Beschichtung überzogen. Die Kosten für 1300 Quadratmeter Verkehrsfläche sowie die Treppenanlagen liegen bei 306'000 Franken. Deutlich günstiger war der Hartbetonbelag im BBZ in Solothurn: Für dieselbe Fläche und Treppen fielen Kosten von 64'000 an. Rechnet man die 190'000 Franken für die Sanierung dazu, ergibt das eine tiefere Summe als für den Belag in Olten. «Das Hochbauamt ist mit dem Ergebnis zufrieden», so Mäuslis Fazit. Qualität sowie Optik der Böden entsprächen den Vorstellungen des Kantons.

«Schön», heisst es auch beim Rundgang im BBZ bei der Abnahme der Böden. «Das ist gut geworden.» Die grauen Treppenstufen und die Flure, die zu den Klassenzimmer führen und gleichzeitig als Pausenplatz für rund 1200 Lernende dienen, die ab nächster Woche im BBZ wieder ein und aus gehen.

Direktor Rolf Schütz führt durch den Campus Solothurn des Berufsbildungszentrums Solothurn-Grenchen und zeigt den Neubau und die Umbauten in den anderen Gebäuden.

Direktor Rolf Schütz führt im März 2017 durch den Campus Solothurn des Berufsbildungszentrums Solothurn-Grenchen und zeigt den Neubau und die Umbauten in den anderen Gebäuden.