Zwei Jahre nach Eröffnung

Risse im Boden des BBZ-Neubaus: «Das Risiko war bekannt»

Zwei Jahre nach der Eröffnung des BBZ-Neubaus muss der Boden neu imprägniert werden, weil sich Risse gebildet haben.

Der Neubau des BBZ in der Solothurner Vorstadt

Zwei Jahre nach der Eröffnung des BBZ-Neubaus muss der Boden neu imprägniert werden, weil sich Risse gebildet haben.

Erst vor zwei Jahren wurde der Neubau des Berufsbildungszentrums in der Solothurner Vorstadt eingeweiht. Jetzt muss ein Teil der Böden für knapp 200'000 Franken neu imprägniert werden. Bei der Planung habe man spekuliert, sagt der Kantonsbaumeister.

Es ist still auf dem Pausenplatz des Berufsbildungszentrums (BBZ) in der Solothurner Vorstadt. Sommerferien. Keine Schüler in Sicht. Vor dem 2016 eingeweihten Neubau mit der auffälligen Glasfassade stehen dafür Lieferwagen. «Reinigung und Imprägnierung». Im Gebäude tut sich offenbar etwas, trotz Sommerferien. Das bestätigt der Solothurner Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli, der auch in den Ferien auf seine Mails schaut.

Derzeit werden die «Verkehrsflächen» – im Hochbau etwa Flure, die zu Zimmern führen – und die «Treppenanlage» mit Zementschlemme und einer Imprägnierung versehen.

Der betroffene Bodenbelag besteht aus Hartbeton. Dieser laut Mäusli kostengünstige Belag zeichne sich durch seine Robustheit aus, so der Kantonsbaumeister. «Es kann aber beim Austrocknungsprozess zu Rissen kommen.» Genau das ist passiert: Im Boden des Neubaus haben sich Risse gebildet.

«Spekuliert» bei der Planung

Laut dem Kantonsbaumeister haben die Beteiligten schon im Voraus gewusst, mit welchem Belag sie arbeiten. «Das Risiko war bekannt», erklärt Mäusli. Man habe etwas spekuliert und mit einer günstigen Variante arbeiten wollen. Nur: Diese Variante hat sich nicht bewährt.

Es haben sich mehr Risse gebildet als erwartet. Dies erschwere die Reinigungsarbeiten bei der Hauswartung des Neubaus, der von rund 1200 Berufsschüler besucht wird, erklärt Mäusli. So sauge der Boden durch die Risse etwa Wasser auf.

Aus «wirtschaftlichen Überlegungen» und «ästhetischen Gründen» hat sich das Hochbauamt deshalb entschieden, die Risse mit Zementschlemme zu füllen, und den Boden zu imprägnieren. So soll er versiegelt werden und künftig einfacher zu reinigen sein. So solle man die nächsten 20 bis 30 Jahre Ruhe haben. Kostenpunkt dieser Arbeiten: rund 190 000 Franken. Zu Lasten des Steuerzahlers.

Kein Durchgang: Während der Sommerferien wird der Boden im Neubau des BBZ in der Solothurner Vorstadt neu imprägniert.

Der Eingang zum Pavillon des BBZ in der Solothurner Vorstadt

Kein Durchgang: Während der Sommerferien wird der Boden im Neubau des BBZ in der Solothurner Vorstadt neu imprägniert.

Hohlräume im Boden

Die Arbeiten kosten rund 190'000 Franken. Das ist ein kleiner Betrag im Vergleich zum Verpflichtungskredit für das Bauprojekt von knapp 30 Millionen Franken, dem zuerst der Kantonsrat und dann das Stimmvolk im Kanton zustimmten. Nach Abzügen von Bundessubventionen und Standortbeiträgen der Stadt Solothurn lagen die Nettoanlagekosten bei knapp 18 Millionen Franken. Aber es geht doch um fast 200'000 Franken – und das zwei Jahre nach der Eröffnung des Neubaus.

«Diese Arbeiten sind Teil des bewilligten Baukredits», erklärt Mäusli. Das heisst konkret: Laut dem Kantonsbaumeister war ursprünglich ein teurerer Bodenbelag budgetiert. Ein Teil der 190'000 Franken könne über diesen damaligen Budgetposten aufgenommen werden. Der Rest werde über den Budgetposten «Unvorhergesehenes» finanziert, der laut Mäusli in jedem Baukredit enthalten ist.

2016 hielt der Kantonsbaumeister eine Ansprache bei der Schlüsselübergabe im fertiggebauten BBZ in der Vorstadt.

Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli

2016 hielt der Kantonsbaumeister eine Ansprache bei der Schlüsselübergabe im fertiggebauten BBZ in der Vorstadt.

Es stehen aber noch weitere Arbeiten an. Für diese zahlt jedoch nicht der Kanton. Wie Mäusli schildert, haben sich nämlich auch Hohlräume in den Böden gebildet. Baumängel. Bei deren Ausbesserung handle es sich um sogenannte Garantiearbeiten, die zu Lasten der Bauunternehmung gehen.

Das heisst, die Unternehmung muss die Hohlräume auf eigene Kosten füllen. Laut den Verträgen könne man in den ersten fünf Jahren Mängel am Bau rügen, so Mäusli. Und eine Nachbesserung verlangen.

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