Der Klimawandel hinterlässt nicht nur im Wald Spuren, sondern auch auf den Feldern der Solothurner Bauern. Dies führte Peter Brügger, Sekretär des Solothurner Bauernverbandes, Ende Februar an der Delegiertenversammlung aus. Die Landwirtschaft müsse sich in den nächsten Jahren auf eine «erhöhte Risikolage» ausrichten. Diese betrifft einerseits den Ackerbau. Laut Brügger ist nicht bei allen Pflanzen klar, wie sie auf den Klimawandel reagieren. Künftig müssten Bauern aber genau nach diesen Kriterien anpflanzen können. Es sei Aufgabe der Saatgutproduzenten, Angaben zu machen, aber auch Aufgabe der Forschungsanstalten, hier Antworten zu liefern. Auch werde sich noch zeigen, ob allenfalls moderne Züchtungsmethoden – Stichwort Gentechnik – eine Rolle spielen werden.

Futterreserven besser planen

Derweil besteht auch ein Risiko für die Nutztierhaltung. «Das letzte Jahr hat viele Bauern gelehrt, dass das Einplanen von Reserven beim Futterbau wichtig ist», so Brügger. In der Region wurden im Trockensommer 2018 Reserven knapp, andernorts drohten gar Notschlachtungen. Ein Ansatz sei, Körnermais als Silomais zu nutzen und unter Berufskollegen Reserven zu verkaufen.

Diesen Problemen könnten sich die Landwirte aber nicht alleine stellen, so der Bauernsekretär. Etwa bei der künftigen Wasserversorgung sei auch der Kanton gefordert. Es stelle sich etwa die Frage, wie man das Wasser aus der Aare in höher gelegene Gebiete wie Teile des Gäus, Wasseramts oder Bucheggbergs bringt. Auf den Betrieben selbst seien die sparsamere Tröpfchenbewässerung oder Bewässerung in Anlagen, wo Wasser nicht verdunstet, Thema. «Das Grundnetz für die Wasserversorgung kann nicht Aufgabe der einzelnen Landwirte sein», so Brügger. «Hier geht es um die Ernährungssicherheit unseres Landes.»

Insofern sprach Brügger auch die finanzielle Unterstützung des Kantons an. «Genau gleich wie der Tourismus oder das Baugewerbe die Schlechtwetterentschädigung kennen, wäre es angebracht, für die Landwirtschaft eine Trockenheitseinkommensausfall-Versicherung zu schaffen. Dies unter Beteiligung der öffentlichen Hand und der anderen Branchen.»