Neuer Vorschlag
«Revolutionäre» Methode für Sanierung des Weissensteintunnels liegt auf dem Tisch

Eine industrialisierte Tunnelsanierungsmethode soll beim Weissensteintunnel eingesetzt werden, wird von Tunnelbefürwortern vorgeschlagen. Im Kanton Graubünden ist die Methode bereits erfolgreich getestet worden.

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Sanierungsbedürftig: Der Weissensteintunnel.

Sanierungsbedürftig: Der Weissensteintunnel.

Hanspeter Bärtschi

Wird der Weissensteintunnel saniert – oder wird der Tunnel auf der Bahnstrecke von Solothurn nach Moutier geschlossen? Touristiker und auch die Regierung kämpfen für den Erhalt des Tunnels.

Eine vertiefte Studie bestätigte im Dezember 2015 die geschätzten Kosten für die Erneuerung des Tunnels. Eine Sanierung würde bis zu 170 Mio. Franken kosten.

Am Dienstagabend hat das Komitee «Weissensteintunnel erhalten» nun zur Informationsveranstaltung nach Lommiswil eingeladen. Die Angebotsstudie betreffend der Überprüfung der Solothurn-Moutier-Bahn sollte vorgestellt werden.

In der Studie geht man von einer zweimaligen Sanierung des Tunnels aus. Die erste Sanierung würde 104 Millionen Franken kosten. Der Tunnel könnte damit 25 Jahre genutzt werden. Um den Tunnel für ein weiteres Vierteljahrhundert fit zu machen, müssten nochmals 82 Millionen investiert werden.

Kostenoptimierung angestrebt

Jetzt wird aber eine «revolutionäre» Tunnelsanierungsmethode Thema, die im Kanton Graubünden entwickelt wurde – die «Normalbauweise Tunnel».

Normalbauweise Tunnel

Die Normalbauweise beinhaltet folgende Aspekte:

- Verstärkung der gemauerten Paramente (Verhinderung von Ausbauchungen infolge Temperatur, Wasser und Frost)

- Einbau einer Abdichtung in der Firste (kontrollierte Ableitung des Wassers)

- Befestigung der Sohle (Verhinderung von Aufweichungen und Frosthebungen)

- Schaffung des normativen Lichtraumprofils mit den vorgeschriebenen Sicherheitsräumen

- Verbesserung der Sicherheitseinrichtungen)

Angaben von Raumplaner Daniel Cattin und Ingenieur Eduard J. Belser zufolge wäre «nach ersten Erkenntnissen eine Anwendung der Bündner Methode beim Weissensteintunnel möglich». Eine Ausnahme stellt ein kurzes Stück am Nordportal dar, das eine spezielle Geologie aufweist.

Ein Tunnelmeter soll um die 50'000 Franken kosten. Es wird aber damit gerechnet, dass mit zunehmender Erfahrung und Standardisierung in der Planung und Ausführung Einsparungen möglich sind. Die Laufmeterkosten dürften sich bei etwa 42'500 Franken einpendeln.

Diese Laufmeterkosten ergäben Sanierungskosten für den Weissensteintunnel von 157 Millionen Franken. Der Tunnel könnte für 70 bis 100 Jahre weiterbetrieben werden.

Das Sanierungssystem Normalbauweise Tunnel erfordert keine Komplettschliessung des Tunnels während der Sanierung.

zvg

Daniel Cattin und Eduard J. Belser appellieren an die verantwortlichen Behörden der Kantone Bern und Solothurn, das Sanierungssystem Normalbauweise Tunnel zu prüfen und vorläufig als Option in die Angebotsstudie aufzunehmen. «Danach sollte eine Detailüberprüfung in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Rhätischen Bahn getätigt werden. Stellt sich heraus, dass es sich für die SMB um eine machbare und unter Berücksichtigung der Nutzungsdauer auch finanziell interessante Variante handelt, ist diese in der Angebotsstudie entsprechend zu würdigen.» (ldu)

Der Charnadüratunnel hat das typische Hufeisenprofil Das Profil der Tunnel wurde auf Dampfbetrieb ausgelegt und besteht aus einem Hufeisenprofil mit einer Gesamthöhe von 4.70 Meter. 

Der Charnadüratunnel hat das typische Hufeisenprofil Das Profil der Tunnel wurde auf Dampfbetrieb ausgelegt und besteht aus einem Hufeisenprofil mit einer Gesamthöhe von 4.70 Meter. 

zvg