Religionsgemeinschaften
Die Woche der Religionen findet heuer in Solothurn wieder statt – möglicherweise das letzte Mal in dieser Version

Die Religionsgemeinschaften im Kanton Solothurn wollen der Veranstaltungsreihe «Woche der Religionen» ein neues Gesicht geben. Dazu trifft sich demnächst ein Runder Tisch. Heuer finden die Anlässe nochmals nach bewährtem Muster statt.

Susanne Hofer
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Die katholische Kirche St.Niklaus in Solothurn macht den Auftakt zur «Woche der Religionen».

Die katholische Kirche St.Niklaus in Solothurn macht den Auftakt zur «Woche der Religionen».

Susanne Hofer

Nachdem die «Woche der Religionen» letztes Jahr wegen Corona ausgefallen war, findet sie heuer vom 10. bis 16. November mit mehreren regionalen Events wieder statt. In Zukunft soll der Anlass neugestaltet werden.

Im kommenden Monat trifft sich der «Runde Tisch der Religionen» im Kanton Solothurn zur Diskussion darüber, wie man die «Woche der Religionen» in eine neue Form giessen könnte. Dieser Wunsch sei von allen Mitgliedern des Runden Tisches geäussert worden, so Julia Vitelli, die Religionskoordinatorin des Amtes für soziale Sicherheit. Der Runde Tisch trifft sich jeweils zur Vorbereitung und zur Evaluation der Veranstaltungen, die im Rahmen der «Woche der Religionen» stattfinden.

Die Themenwoche will Gemeinsamkeiten der Religionen Raum geben, etwa dem Gebet, das Albrecht Dürer in diesem Bild verewigt hat.

Die Themenwoche will Gemeinsamkeiten der Religionen Raum geben, etwa dem Gebet, das Albrecht Dürer in diesem Bild verewigt hat.

Akg-Images

Roger Juillerat, reformierter Pfarrer in Grenchen-Bettlach, meint dazu, dass man neue Formate finden sollte; Vorträge seien für manche Leute vielleicht zu wenig attraktiv. Man hat als Ziel, dass wieder mehr Menschen die Anlässe besuchen. Auch der November als Zeitpunkt der Veranstaltung solle diskutiert werden, da ihn manche Menschen als «traurigen Monat» erlebten. Allenfalls liesse sich ein grösserer Anlass denken statt mehrere kleine, so Juillerat.

«Vor zwei Jahren wurde die Moschee in Grenchen eröffnet, das war ein guter Anlass.»

Schon seit 14 Jahren auf nationaler Basis durchgeführt

Die interreligiöse Arbeitsgemeinschaft Schweiz IRAS COTIS führt die «Woche der Religionen» seit 2007 schweizweit durch. Sie hat im Kanton Solothurn kein Oberthema. Den religiösen Gruppen vor Ort soll möglichst viel Freiheit beim Gestalten der jeweiligen Events gelassen werden, so Julia Vitelli. Man wolle den Anlass möglichst breit regional verankern, der Kanton organisiert und koordiniert die «Woche der Religionen»; aber die Religionsgemeinschaften entscheiden selber über die Form ihrer Beteiligung.

Die Moschee in Grenchen hat für die «Woche der Religionen» auch schon ihre Türen geöffnet. Doch heuer verzichten die Religionsgemeinschaften in der Uhrenstadt auf die Teilnahme. Sie hoffen auf frische Ideen 2022.

Die Moschee in Grenchen hat für die «Woche der Religionen» auch schon ihre Türen geöffnet. Doch heuer verzichten die Religionsgemeinschaften in der Uhrenstadt auf die Teilnahme. Sie hoffen auf frische Ideen 2022.

Hansjörg Sahli

Das Programm wurde dieses Jahr allerdings etwas reduziert, so macht Grenchen-Bettlach nicht mit. Dort hätten sich nur die Landeskirchen, die neuapostolische Gemeinde und die Ebu Hanife-Moschee beteiligt; man wolle aber ein möglichst breites Spektrum an religiösen Gemeinschaften involvieren, sagt Roger Juillerat. Auch deshalb hoffe er auf ein neues Konzept.

«Die Religionsgemeinschaften öffnen die Türen, ermöglichen neue Beziehungen und Begegnungen», so Julia Vitelli zur Idee der «Woche der Religionen». Oft dominiere der negative Blick auf religiöse Themen, dem wolle man mit diesen Anlässen entgegenwirken. So habe es viel Raum für informelle Begegnungen zwischen Mitgliedern verschiedener Religionsgemeinschaften, etwa bei Apéros. Vitelli sagt:

«Wir möchten, dass die Teilnehmenden einen anderen Blick gewinnen und miteinander sprechen und diskutieren.»

Dazu gehöre auch die proaktive Auseinandersetzung, aber man wolle nicht auf die Probleme fokussieren, sondern auf das Verbindende, zum Beispiel das Gebet.

Programm (Details unter so.ch/religion):

Am 10.11. in Solothurn: Sitzen in Stille – Zen in der Kirche St.Niklaus.

11.11. in Dornach: Religion und Staat. Zwei Sphären, eine Welt? Staat und Religion – eine spannungsvolle Beziehung mit einer bewegten Geschichte: Wo gibt es Überschneidungen, wo liegen die Grenzen? Und welche Möglichkeiten birgt die Zukunft?

12.11. in Dornach: Andacht mit anschliessendem Apéro. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Religionen feiern gemeinsam eine interreligiöse Andacht und treffen sich danach in zwangloser Runde zum Austausch.

13.11. in Derendingen: Religion im Alltag. Wo findet sich Religion? Wie wird Religiosität ausserhalb der Gotteshäuser gelebt? Austausch durch Begegnungen mit Personen aus dem Alevitentum, dem Islam, dem Christentum und dem Judentum. Anschliessend Apéro.

16.11. in Olten: Gebet – Kraftquelle nicht nur in schwierigen Zeiten. Angehörige verschiedener Religionsgemeinschaften erklären die Bedeutung des Gebets und erzählen, wie Beten ihr alltägliches Leben beeinflusst. Anschliessend wird ein kurzes Gebet aus der jeweiligen Tradition gesprochen oder gesungen.

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