Catering
«Regional-saisonal-sympathisch!» – Der Landfrauen- und Bäuerinnenverband lud zum Apéro

Am Freitag wurde die SO-fein GmbH vorgestellt. Der Solothurner Landfrauen- und Bäuerinnenverband (SOBLV) lud dafür zum fulminanten Apéro mit vielen regionalen Leckereien. Mit dem Unternehmen knüpfen sie direkt an ihre Erfolge der Sendung «Landfrauenküche» aus SRF an.

Morena Adimari
Drucken
Teilen
Landfrauen präsentieren im Januar 2017 ihr Catering «So-fein»
18 Bilder
Stefan Müller-Altermatt und Sonja Schilt durchschneiden das Band
Die Produkte im Praxistest
Die Landfrauen haben drei Apéroangebote – «Aarefluss», «Hügelland», «Jurachetti»
Nationalrat Stefan Müller-Altermatt und Gewinnerin der Landfrauenküche Sonja Schilt
Solothurner Bäuerinnen- und Landfrauenverband: Landfrauenküche als Apéro-Service
Zahlreiche frische Leckereien aus der Region
Urs Huber, Kantonsratspräsdent, ist am Buffet anzutreffen
Crostini mit Champignons und Baumnüssen
Chabis-Apfel-Rüeblisalat in hübschen Gläsli
Käseplatte mit regionalen Produkten
Omelettenrollen mit Schinken und Frischkäse
Luzia Gröili, Vorsitzende der GmbH ist sichtlich erfreut über das schöne Buffet
Gemüsestängelli mit Apfel-Curry-Dip
Fleisch-und Wurstplatte mit regionalen Produkten
Gewinnerin der Sendung Landfrauenküche, Sonja Schilt
Schön drappierte Kartoffel-Gemüsewürfel
Kartoffel-Gemüsewürfel

Landfrauen präsentieren im Januar 2017 ihr Catering «So-fein»

Hanspeter Bärtschi

Die Gastro-Manie ist ausgebrochen und auch der Solothurnische Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SOBLV) folgt diesem Hype. Mit der SO-fein GmbH – ein Apéro-Catering – knüpft das Unternehmen des Verbandes an den steilen Erfolgskurs der TV-Sendung «Landfrauenküche» von SRF an. «Wir wollen und müssen uns den neuen Trends anpassen», sagt Rita Hänggi, Präsidentin SOBLV.

Am Freitag wurde das neue Unternehmen vor zahlreichem Publikum, Gästen aus der Politik, Prominenten und Medienschaffenden vorgestellt; anschliessend wurde natürlich zum Apéro eingeladen.

«Regional-saisonal-sympathisch!» oder «Unsere Leidenschaft – Ihr Genuss!» lauten die Slogans, welche auch die Ziele der neu gegründeten GmbH unterstreichen: «Wir wollen den Kunden etwas Gesundes aus der Region anbieten», sagt Luzia Gröili, Präsidentin der dreiköpfigen Geschäftsleitung von so-fein. Unterstützt wird das Unterfangen durch das Mehrjahresprogramm Landwirtschaft und vom Bildungszentrum Wallierhof.

«Keine Hobby-Veranstaltung»

«Wir bieten den Frauen eine flexible Erwerbstätigkeit mit Teilzeitpensum an», so Gröili. Angestellt werden nur Frauen aus dem Verband, aber nicht bedingungslos jedes Mitglied: Es werden Selektionen vorgenommen und Vorstellungsgespräche durchgeführt, wie Gröili erklärt. Nicht alle Frauen seien für diese Arbeit geeignet, unter anderem, weil Zuhause gekocht werde.

«Ich bin erstaunt, wie professionell alles wirkt, es ist keine Hobby-Veranstaltung», bemerkt Kantonsratspräsident Urs Huber. Effektiv stellten die Unternehmerinnen ein klar strukturiertes System vor, das eine vorbestimmte Arbeitsteilung vorsieht und Hierarchien vorschreibt. Auch starten die Bäuerinnen und Landfrauen nicht aus naiver gastronomischer Leidenschaft in dieses Unternehmen ein: Luzia Gröili und ihre Mitarbeiterinnen scheinen sich der hohen Belastung eines gastronomischen Catering-Angebots bewusst.

Viele hätten bereits Erfahrungen im Gastgewerbe oder seien es sich gewöhnt, für viele Personen zu kochen. «Wir haben auch professionelle Unterstützung an den Mitarbeiterinnen-Schulungstagen», erklärt Gröili. An den Schulungen seien jeweils immer eine Köchin sowie eine erfahrene Service-Angestellte anwesend.

Aarefluss, Hügelland, Jurachetti

Begeisterung fürs «Apérölen» ganz allgemein zeigt Stefan Müller-Altermatt, CVP-Nationalrat. «Die Apérokultur gehört zur Schweizer DNA», erklärt der Politiker in der Gastrede. So seien die Ausländer stets über die plötzliche Geselligkeit der Schweizer während den Apéros überrascht. Der globale Trend rund um die saisonale und regionale Ernährung sei unterstützenswert, nicht zuletzt, weil «die gummigen Tintenfischli aus dem Mittelmeer» weniger gut schmecken als «saftige Wursträdli aus dem Jura».

Um den Anforderungen des selbst ernannten Apéro-Landes Schweiz zu genügen, brauche es Leidenschaft, betont Gröili. «Die Freude am Kochen ist zentral», findet auch Sonja Schilt, Gewinnerin der SRF-Sendung «Landfrauenküche». Das Apéro-Buffet von SO-fein treffe den Nerv der Landfrauenküche: Einfach dekoriert, dennoch stilvoll und tief in der Tradition verwurzelt mit saisonalen, regionalen und hausgemachten Produkten.

Potenzielle Konkurrenz?

Mit drei unterschiedlichen Apéroangeboten – «Aarefluss», «Hügelland», «Jurachetti» – steigen die Bäuerinnen und Landfrauen ins Gastgewerbe ein. Den Kunden bieten sie Züpfe, Kartoffelgemüsewürfel, Kabis-Apfel-Rüeblisalat, Crostini mit Champignons und Baumnüssen und vieles mehr an. Potenzielle Abnehmer von landwirtschaftlichen Produkten, etwa Dorfgeschäfte, werden unvermeidlich konkurrenziert.

«Wir haben die kleineren Geschäfte in unser Konzept eingebunden, so beziehen wir beispielsweise Produkte beim Metzger», bestätigt Gröili. Auch habe man den potenziellen Konkurrenten mitgeteilt, dass die SO-fein eigentlich keine Konkurrentin sein möchte. Ob die friedlichen Geschäftspläne aufgehen werden, wird sich noch zeigen.