Wirtschaft
Regiobank Solothurn wächst mit angezogener Handbremse weiter

Das Hypothekengeschäft bei der Regiobank Solothurn ist auch 2013 weiterhin gut gelaufen. Der Bestand stieg um 4,8 Prozent. Eigentlich wäre mehr möglich gewesen, aber die Bank habe „bewusst gedrosselt“.

Franz Schaible
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Bilanz-Medienkonferenz 2013 der Regiobank: Anwesend: Markus Boss, CEO und Felix Leuenberger (VR-Praesident).

Bilanz-Medienkonferenz 2013 der Regiobank: Anwesend: Markus Boss, CEO und Felix Leuenberger (VR-Praesident).

Hansjörg Sahli

„Wir hätten aufgrund der nach wie vor hohen Nachfrage nach Hypotheken und Krediten deutlich stärker wachsen können", erklärte Markus Boss, Chef der Regiobank Solothurn, an der Medienkonferenz.

Die Bilanzsumme nahm um 4,8 Prozent auf 2,4 Milliarden Franken zu. Dabei erhöhten sich die Kundenausleihungen um 4,3 Prozent auf 2 Milliarden Franken. Im Vorjahr betrug das Wachstum noch 9,1 respektive 6,9 Prozent. „Diese Drosselung haben wir bewusst herbeigeführt."

Mehr Hypotheken, weniger Wertberichtigungen

Die Hypotheken alleine stiegen 2013 um 4,8 Prozent auf 1,9 Milliarden Franken. Keine Abstriche habe die Bank bei den internen und externen Kreditvergabekriterien wie Belehnungshöhe, Tragbarkeit und Amortisationen gemacht, versicherte Boss weiter.

So präsentiere sich die Situation bei der Position Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste „sehr erfreulich". Diese seien trotz Wachstum von 1,9 Millionen auf 1,3 Millionen Franken gesunken. „Dies ist seit langem der tiefste Wert." Darin seien sowohl Einzel- als auch Pauschalwertberichtigungen enthalten.

Die neuen Finanzierungen hätten vollständig mit den neu zugeflossenen Kundengeldern gedeckt werden können. Diese nahmen um 6,3 Prozent auf 1,8 Milliarden Franken zu. „Das ist ein deutlicher Vertrauensbeweis unserer Kundschaft", kommentierte Boss. Das belege auch der erneute Zuwachs an Aktionären, ergänzte Verwaltungsratspräsident Felix Leuenberger.

Die Zahl der Anteilseigner stieg um 1,2 Prozent auf 5643. Grösste Einzelaktionärin ist weiterhin die Stadt Solothurn mit einem Anteil von 20 Prozent.

Zinsmarge bleibt unter Druck

Auch die Regiobank konnte sich dem Druck des sehr tiefen Zinsniveaus und des harten Konkurrenzkampfes nicht entziehen. Jährlich würden rund Festhypotheken im Umfang von 250 Millionen Franken fällig, die meistens durch tiefere Zinssätze verlängert würden.

Dadurch sinke die Marge, 2013 von 1,28 auf 1,20 Prozent. Hinzu kämen die Kosten für Absicherungen gegen steigende Zinsen. Deshalb sank der Ertrag aus dem Zinsengeschäft um 2,1 Prozent auf 28,1 Millionen Franken.

Leichtes Gewinnplus, unveränderte Dividende

Dagegen haben sich die Erträge aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft und aus dem übrigen ordentlichen Erfolg positiv entwickelt. Bei einem praktisch stabilen Geschäftsaufwand resultierte ein Bruttogewinn von 19,1 Millionen Franken.

Das entspricht einem Plus von 0,8 Prozent. Der Jahresgewinn verbesserte sich um 1,3 Prozent auf 7,1 Millionen Franken. „Damit sind wir zufrieden", sagte Felix Leuenberger. Denn es gelte, die bereits positive Entwicklung im Vorjahr mit einem Plus von 9,5 respektive 2,2 Prozent zu berücksichtigen. Die Aktionäre sollen aus den Kapitalreserven eine steuerbefreite Dividende von unverändert 66 Franken je Aktie erhalten.