InnoPrix
Regio Energie Solothurn gewinnt mit Hybridwerk Aarmatt Innovationspreis

Der InnoPrix SoBa 2013 geht an das Projekt Hybridwerk Aarmatt der Regio Energie Solothurn. Damit speichert der Solothurner Energieversorger überschüssigen Strom – eine zentrale Herausforderung der Energiewende.

Christian von Arx
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Esther Gassler, Volkswirtschaftsdirektorin und Frau Landammann des Kantons Solothurn, betonte die Bedeutung von Innovationen für die Wirtschaft.
Rund 400 Gäste aus Wirtschft und Politik waren der Einladung der Baloise Bank SoBa ins Oltner Stadttheater gefolgt.
Monika Walser, CEO der FREITAG lab ag (Zürich), Herstellerin der bekannten FREITAG-Taschen aus rezyklierten Materialien, beeindruckte als Gastreferentin mit den unkonventionellen Führungsgrundsätzen ihrer Firma.
Verblüffte das InnoPrix-Publikum mit ihrer Stimme: «Voice of Switzerland»-Teilnehmerin Iandara Brobecker (21) aus Wangen, begleitet von Mirza Sabanovic.
Stiftungs- und Jurypräsident Jürg Liechti (links) erklärte, warum die Jury sich einstimmig für das Hybridwerk Aarmatt der Regio Energie Solothurn als Preisträger 2013 entschieden hatte.
Felix Strässle, Direktor der Regio Energie Solothurn, erklärte im Interview das Funktionsprinzip des Hybridwerks Aarmatt, das die Energienetzte Strom, Gas und Fernwärme verknüpft und Strom in speicherbares Gas umwandelt.
Jürg Ritz, CEO der Baloise Bank SoBa, freute sich über das grosse Interesse an den Preisträgern des Innoprix SoBa 2013.

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Bruno Kissling

Der mit 25 000 Franken dotierte Innovationspreis der «Stiftung der Baloise Bank SoBa zur Förderung der solothurnischen Wirtschaft» zeichnet jährlich ein innovatives Projekt aus, das der Wirtschaftsregion Solothurn Impulse verleiht. Er wurde dieses Jahr zum 11. Mal vergeben.

Das Hybridwerk Aarmatt verbindet die Energienetze Strom, Gas und Fernwärme an einem Ort. Ein Hauptziel liegt darin, Strom in eine speicherbare Form umzuwandeln. Herzstück ist der Elektrolyseur, der im sogenannten Power-to-Gas-Verfahren Strom in Wasserstoff umwandelt. «Das Projekt hat das Potenzial, unregelmässig anfallende Energie – etwa aus Sonnen- oder Windkraft – so lange zu speichern, bis die Konsumenten sie brauchen», erklärte Stiftungs- und Jurypräsident Jürg Liechti.

Im Interview an der Preisverleihung meinte Regio-Energie-Direktor Felix Strässle, das Prinzip könne mit einem Speicherkraftwerk an einem Stausee verglichen werden. «Wir speichern im Sommer Sonnenstrom, den wir im Winter wieder brauchen können.» Es nutze den Vorteil, dass Gas komprimierbar sei. Zu diesem Zweck habe Regio Energie vor wenigen Jahren in Etziken einen grossen Röhrenspeicher gebaut.

«Als Stadtwerk vorangehen»

Die Pilot- und Demonstrationsanlage in Zuchwil ist im Bau, ein erster Teil gehe im Winter in Betrieb. Die Regio Energie habe 10 Mio. Franken für das Projekt budgetiert, die Hälfte davon als Risikokapital: «Da gibt es Unsicherheiten – aber wir sind ein Stadtwerk, das vorangehen kann», meinte Strässle. Wichtig sei, dass die Regio Energie alle drei Energienetze in einer Hand vereine. Das Verbesserungspotenzial sei gross. «In 10 Jahren werden wir in der Schweiz 10 bis 30 ähnliche Anlagen haben», zeigte sich Felix Strässle überzeugt.

Rund 400 Personen aus Wirtschaft und Politik nahmen an der Preisverleihung von gestern Abend im Stadttheater Olten teil, darunter Kantonsratspräsidentin Susanne Schaffner, Frau Landammann Esther Gassler, Nationalrat Kurt Fluri und Walter Steinmann, Direktor des Bundesamts für Energie. Viel Beifall gab es für das Gastreferat von Monika Walser, CEO der Freitag lab AG, aber auch für die talentierte junge Sängerin Iandara Brobecker aus Wangen.