Kanton Solothurn
Regio Energie senkt Strompreis per 2014

Gegen den erwarteten Trend sind höhere Strompreise in der Region eher die Ausnahme als die Regel. Das zeigt eine Umfrage unter Energieversorgern. Die Mehrheit rechnet mit einer stabilen Preisentwicklung.

Franz Schaible
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Regio Energie Solothurn wird die Strompreise 2014 senken. Archiv

Regio Energie Solothurn wird die Strompreise 2014 senken. Archiv

Felix Gerber

Anfang Juli schockte der Energiekonzern BKW seine Kunden: «Die Strompreise steigen auf Anfang 2014 durchschnittlich um 9,7 Prozent.» Die Berner begründen den starken Anstieg vorab mit unbeeinflussbaren höheren Netznutzungskosten, höheren Abgaben, aber auch mit höheren Preisen für den «reinen» Strom.

Ob damit ein nationaler Trend eingeläutet wurde, kann der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) mangels genügender Daten noch nicht beurteilen. «Die Indikatoren zeigen aber eher nach oben», sagt VSE-Sprecherin Dorothea Tiefenauer.

Erst Mitte August könnten verlässlichere Aussagen gemacht werden, wenn Stromproduzenten und -verteiler ihre Kalkulationen offengelegt hätten.

Stadtsolothurner zahlen weniger

Teilweise konkrete Aussagen liegen dagegen bereits von Energiefirmen in der Region Solothurn vor. Und im Gegensatz zu Bern sieht es hier aus Konsumentensicht weniger schwarz aus, wie eine Umfrage zeigt.

«Die Strompreise werden auf Anfang 2014 sinken», erklärt Sandra Hungerbühler, Sprecherin von Regio Energie Solothurn. Die Beschaffungsstrategie des Stadtsolothurner Versorgers habe sich bewährt.

So sei die Energiebeschaffung gegenüber dem Vorjahr günstiger. Zwar würden gleichzeitig die Kosten für die Netznutzung leicht steigen, und die Abgaben veränderten sich gemäss Vorgaben der entsprechenden Behörden.

«Insgesamt wird es aber zu einer Preissenkung führen.» Für Privathaushalte würden «die Preise für das Standardprodukt im Durchschnitt um 2 Prozent sinken», meldet Hungerbühler. Gar 5 Prozent werde die Reduktion beim günstigen Produkt betragen, welches auf 2014 eingeführt werde.

Entwarnung in Grenchen

Noch am Kalkulieren der neuen Stromtarife sind die Experten bei den Städtischen Werken Grenchen SWG. Direktor Per Just kann aber schon Entwarnung geben. «Zwar steigen die Netzkosten und teilweise auch die Abgaben.

Gleichzeitig wird der effektive Strompreis aufgrund der europaweiten sehr tiefen Marktpreise sinken», gibt Just bekannt. Unter dem Strich würden sich wohl beide Effekte aufheben. Seine Vermutung: «Über alle Kundengruppen hinweg dürften die Energiepreise für Privathaushalte 2014 im Vergleich zum laufenden Jahr durchschnittlich stabil bleiben.»

Das bedeute, dass allenfalls einige Kundengruppen mehr und andere weniger für den Strom bezahlen müssten. Die definitiven Tarife publiziert SWG Ende August.

Stabile Preise in Derendingen

Auch die Elektrizitäts- und Wasserversorgung Derendingen (EWD) wird gegen den erwarteten Trend die Strompreise nicht gross ändern. «Wir haben die Strompreise für 2014 soeben kalkuliert», meldet EWD-Geschäftsleiter Martin Reinhard.

Der reine Strompreis sei leicht sinkend, würde aber durch höhere Netznutzungskosten und Abgaben aufgehoben (siehe Kasten). «Unter dem Strich können die Endkunden mit gleichbleibenden Preise rechnen.»

Diselben Fakten liefert David Maurer, Geschäftsführer der vorab im Bucheggberg tätigen Stromversorgerin Gebnet AG in Aetigkofen. Allerdings noch ohne definitive Schlussfolgerung, aber mit einer Absicht. «Unser Ziel ist es, die Erhöhung des Netznutzungspreises mittels einer Senkung der Energiekosten im Gesamtstrompreis zu neutralisieren.»

Beim grössten Energieversorger in der Region, der AEK Energie AG in Solothurn, sind mangels abgeschlossener Berechnungen noch keine konkreten Aussagen erhältlich. Wie bei den anderen Anbietern würden die steigenden Systemdienstleistungen der Swissgrid und die erhöhte Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) auch bei der AEK für zusätzliche Kosten sorgen, sagt Sprecherin Pia Daumüller.

«Wenn wir tiefere Preise auf dem Strommarkt erhalten, werden unsere Kunden davon profitieren.» Wie sich die Marktpreise längerfristig entwickeln, lasse sich aber nur schwer voraussagen. Kurz und bündig äussert sich Peter Kofmel, Geschäftsführer der Energieversorgung Biberist: «Die Strompreise 2014 haben wir noch nicht berechnet und den Energieeinkauf 2014 und 2015 haben wir noch nicht definitiv vorgenommen.»