Regierungsratswahlen
Regierungsratswahlen: Jetzt bewegt sich das Kandidaten-Karussell

In knapp einem Jahr wird die Solothurner Kantonsregierung neu gewählt. Es ist mit mindestens zwei frei werdenden Sitzen zu rechnen. Höchste Zeit , dass die Parteien Strategien entwickeln und Kandidatinnen und Kandidaten in Position bringen.

Stefan Frech
Drucken
Teilen
Illustration: vuk

Illustration: vuk

Zwar kursieren unter der Hand erste Namen, offiziell halten sich jedoch die Parteien bedeckt und gehen das Thema bedächtig an. Erst in den nächsten Wochen würden Gespräche mit möglichen Interessenten geführt, teilen die Parteipräsidien unisono mit. Nicht sehr spannend. Also drehen wir halt selber etwas am Kandidaten-Karussell.

Fest steht, dass die FDP einen Sitz verteidigen muss: Regierungsrat Christian Wanner (64, Messen) hat mehrfach angekündigt, dass er im März 2013 nicht mehr zur Wahl antreten wird. Sein Kollege Peter Gomm (52, SP, Olten) hat hingegen bereits klar gemacht, dass er weitere vier Jahre anhängen möchte. Und Esther Gassler (60, FDP, Schönenwerd)? Sie sagt: «Ich könnte mir gut vorstellen, nochmals anzutreten.»

Sie müsse sich aber noch mit ihrer Partei absprechen. Das dürfte eine reine Formsache sein. Somit bleiben die CVP-Regierungsräte Klaus Fischer (63, Hofstetten) und Walter Straumann (68, Olten). Kandidieren sie nochmals? Bildungsdirektor Klaus Fischer sagt gegenüber dieser Zeitung, dass er noch keine definitive Antwort geben kann. «Die dazu notwendigen Gespräche, unter anderem mit meiner Partei, stehen noch an.» CVP-Kantonalpräsidentin Annelies Peduzzi bestätigt, dass sich Fischer seine Kandidatur gut überlegt. Sie würde es begrüssen, wenn er nochmals antritt. «Fischer macht seinen Job sehr gut.» Auch Baudirektor Walter Straumann verweist auf die anstehenden Gespräche innerhalb der CVP. Dass der bereits 68-Jährige 2013 nochmals antritt, ist aber höchst unwahrscheinlich. Auch Parteipräsidentin Peduzzi geht nicht davon aus.

CVP: Roland Fürst hat Nase vorn

Für die CVP wäre es eine grosse Herausforderung, wenn sie gleich zwei Sitze verteidigen müsste. Es ist deshalb wahrscheinlich, dass Fischer 2013 nochmals antritt, dann aber während der Legislatur zurücktritt. Und wer steht bei der CVP in den Startlöchern, um den Sitz von Walter Straumann zu verteidigen? Annelies Peduzzi schliesst aus, dass einer der drei Solothurner CVP-Bundesparlamentarier (Pirmin Bischof, Stefan Müller, Urs Schläfli) kandidieren wird. «Es wäre absolut unglaubwürdig, wenn sie kurz nach ihrer Wahl ein neues Amt anstreben würden.»

Auch Peduzzi selber steht nicht zur Verfügung, sagt sie klipp und klar. Wer bleibt also? Peduzzi will keine Namen nennen. Als Favoriten gelten Handelskammer-Direktor Roland Fürst (50, Gunzgen) und der Chef der Kantonsratsfraktion, Roland Heim (56, Solothurn). Fürst sagt: «Ich habe mir noch keine Gedanken gemacht. Ich müsste eine Kandidatur zuerst mit Verband, Familie und Partei besprechen.» Roland Heim sagt hingegen: «So wie es aussieht, werde ich nicht kandidieren.» Heim hängt an seinem Lehrerberuf. Denkbare Alternativen wären die Kantonsräte Urs Allemann (51, Rüttenen), Theophil Frey (56, Dulliken), Thomas A. Müller (47, Lostorf) und Susanne Koch Hauser (51, Erschwil) sowie der Vorsteher des Oberamts Thal-Gäu, Stephan Berger (43, Balsthal).

FDP: Richter oder Staatsschreiber?

Nimmt man die Solothurner FDP unter die Lupe, dann fällt die Liste von valablen Kandidatinnen und Kandidaten länger aus als bei der CVP. Es sticht allerdings kein einziger Name hervor. Zweites Problem: «Wir haben Namen für die Nachfolge von Wanner, aber konkret hat noch keiner zugesagt», räumt Parteipräsident Christian Scheuermeyer ein. Bereits ins Spiel gebracht wurde Oberrichter und Wangens Gemeindepräsident Beat Frey (52).

Da mit Esther Gassler bereits ein Regierungssitz aus dem unteren Kantonsteil besetzt ist, müsste die FDP ihren Blick eher in die Region Solothurn richten: Staatsschreiber Andreas Eng (50, Günsberg) wäre sicher ein heisser Kandidat, denkbar wären aber auch Fraktionschef Yves Derendinger (37, Solothurn), Bauernsekretär Peter Brügger (53, Langendorf) oder Gemeindepräsidentin Marianne Meister (49, Messen). Oder überlegt es sich Solothurns Stadtpräsident Kurt Fluri (56) doch nochmals anders und wagt nach der herben Niederlage bei den Ständeratswahlen eine Kandidatur als Regierungsrat?

SP: Finanzchef überlegt es sich

Die dritte Regierungspartei, die SP, hat noch nicht entschieden, ob sie einen zweiten Sitz anstrebt. Eine Kampfkandidatur ist aber sehr wahrscheinlich. «Es haben erste Personen ihr Interesse bekundet», sagt SP-Präsidentin Evelyn Borer.

Namen will sie keine nennen. Als Favorit gilt zurzeit Andreas Bühlmann (52, Biberist), Finanzchef des Kantons und Ex-Regierungsratskandidat. «Ich überlege es mir ernsthaft», sagt Bühlmann auf Anfrage. Als weitere Namen herumgeboten werden die Kantonsrätinnen Franziska Roth (45, Solothurn) und Evelyn Borer (51, Dornach). Susanne Schaffner (49) würde es als Oltner Juristin kaum schaffen, nebst Peter Gomm im Regierungsrat Platz zu nehmen.

Aktuelle Nachrichten