Kurt Fluri sagt, der Kanton habe die Städte Grenchen und Solothurn in den Schwitzkasten genommen.

Susanne Schaffner: Ich kann nur sagen: Man hat vor zehn Jahren eine Zusammenarbeitsvereinbarung gemacht. Man hat sich gefunden und war zufrieden. Kurt Fluri war zwar immer kritisch bezüglich der Abgeltungen. Aber: Unsere Abgeltung ist angemessen. Es ist keine Abgeltung, die alle Kosten decken soll. Denn die Städte bestimmen selbst mit, welche Kosten sie in der lokalen Sicherheit verursachen. Man muss einfach sehen: Wenn man die lokale Sicherheit gewährleisten will, muss man sich dies auch leisten können. Denn dies ist eine Doppelspurigkeit.

Die Städte können nichts anderes tun, als anzunehmen, was der Kanton Ihnen bietet. Sind solche Machtspiele nicht unsolothurnisch?

Wir haben sofort nach der Kündigung der bisherigen Verträge sehr intensiv mit den Städten diskutiert. Man hat genügend Zeit gehabt, um zu verhandeln. Im November hat die Regierung ihr Schlussangebot gemacht. Es gab keine Reaktion. Im Februar haben wir nochmals geschrieben und nochmals ein Angebot gemacht. Heute erhielten wir die erste Reaktion. Wir waren sehr offen. Wir haben uns nichts vorzuwerfen.

Aber ist die Abgeltung nicht zu tief, wenn man auf Olten blickt? Dort hat der Kanton sehr viele Leute von der aufgelösten Stadtpolizei übernommen. Es kam teuer.

In Olten ist die Polizei mit 3 Mio. heute günstiger als zuvor mit 4 Mio. Franken. Es gab Synergien. Olten hat zudem eine spezielle Situation, die Sicherheitslage ist eine ganz andere. Die Städte wollen 50 Prozent der Kosten abgegolten haben. Rechnet man Olten mit heutigen Zahlen um, entspricht dies etwa dem Angebot, das wir nun der Stadt Solothurn machen.

Was wäre eine langfristige Lösung?

Diese Lösung hatten wir 2010. Der Kanton hat Hand geboten, damit die Stadtpolizei ein attraktiver Arbeitgeber wird. Es gab gemischte Patrouillen. Das war ein Entgegenkommen des Kantons. Dies war im Sinn der Städte. Ich denke aber, dass eine Vereinbarung «verheben» wird, wenn wir diese jetzt treffen.