Im Drama rund um die 15 verendeten Rinder auf einem Hof in Boningen, steht auch der kantonale Veterinärdienst unter Beschuss. In einer Interpellation stellt Kantonsrat Felix Lang (Grüne, Lostorf) dessen Glaubwürdigkeit infrage – und fordert von der Regierung eine «akribische» Untersuchung, ob das Veterinäramt seiner Kontrollaufgabe in diesem spezifischen Fall auch tatsächlich nachgekommen ist.

In ihrer Stellungnahme unterstreicht die Regierung, wie diese Zeitung bereits Ende Juli berichtet hat, dass «die Arbeit des Veterinärdienstes im Fall Boningen samt den vorausgegangenen Kontrollen auf dem Betrieb derzeit vertieft analysiert und abgeklärt» wird. Ziel dieser internen Abklärungen sei es, «allfälliges Verbesserungspotenzial für die Zukunft» eruieren und umsetzen zu können.

Vernachlässigte Rinder in Boningen: Nachbar übt Kritik an Behörden

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Ein Nachbar erhebt schwere Vorwürfe gegen das Veterinäramt. Nicht nur er habe den Behörden die Zustände auf dem Hof mehrmals gemeldet. (Juni 2016)

Aus den Antworten der Regierung auf die Fragen von Felix Lang wird dabei deutlich, dass sie sich grundsätzlich hinter den Veterinärdienst stellt. Besagte Hof war zuletzt im Februar 2016 einer Tierschutzkontrolle unterzogen worden. «Gestützt auf diese Kontrollen wurden dem Veterinärdienst keine Beanstandungen oder auffälligen Beobachtungen gemeldet.» Ein nächster Besuch wäre Ende Juni vorgesehen gewesen.

Dies deshalb, weil das Veterinäramt in den Jahren 2014 und 2015 bei der Tierhaltung gewisse Mängel festgestellt hatte, die der Landwirt aber fristgerecht behoben habe. Der besagte Betrieb hatte damit bereits einen höheren Kontrollrhythmus als Betriebe ohne oder mit einem geringen Risiko, heisst es in der Stellungnahme.

Im Mai, gut einen Monat vor der erneuten Kontrolle, sind dennoch 15 Tiere verendet. Die Regierung spricht von einer «nicht voraussehbaren Eskalation», die selbst mit noch höheren Kontrollintervallen «nicht in jedem Fall erkannt und verhindert» werden kann. Sie würdigt zudem das «risikobasierte Kontrollsystem», das ab 2015 kantonsweit umgesetzt wird. (esf)

16 Kühe verhungert: Wie konnte das passieren?

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Auf einem Bauernhof in Boningen SO sind 16 Rinder verhungert. Wie konnte das passieren? Wurden Warnungen von Nachbarn ignoriert? Was für Lehren ziehen die Behörden aus diesem Fall? Talktäglich von Anfang Juni 2016.