Auf die externe Evaluation der Solothurner Volksschulen «ab sofort gänzlich verzichten»: Das verlangen Kantonsrat Roberto Conti und 17 Mitunterzeichnende vornehmlich aus der SVP-Fraktion mit einem Auftrag.

Begründung: Der erste Monitoringbericht, basierend auf den Evaluationen von 2010 bis 2012, habe nur ganz wenige Ampeln ergeben, die nicht auf «Grün» standen. Der Nutzen werde von Schulleitungen und Lehrpersonen als höchst bescheiden bewertet, der administrative Aufwand der Schulen sei unverhältnismässig gross. Und: Mit dem Verzicht wären 1 Mio. Franken zu sparen.

«In reduzierter Form» beibehalten

Der Regierungsrat möchte, dass der Kantonsrat diesen Auftrag nicht erheblich erklärt. «Die externe Schulevaluation soll als Rückmeldung für die Schulqualität an die Gemeinden und den Kanton in einer reduzierten Form bestehen bleiben», schreibt er in seiner Stellungnahme.

«Reduziert» bedeutet: Ausdehnung des Evaluationszyklus und Beschränkung der Erhebung auf den Rechenschaftsteil, die sogenannten Ampelkriterien. Dies soll ab 2016 gelten, denn der Leistungsvertrag mit dem bisherigen externen Anbieter läuft noch bis Ende 2015. Somit werde in der nächsten Periode der externen Schulevaluation auch der Aufwand reduziert - wobei der Regierungsrat keine konkreten Zahlen nennt.

Vor einem Jahr hatte der Regierungsrat mit einem Vorstoss von René Steiner (EVP, Olten) bereits gegen seinen Willen den Auftrag gefasst, im Bereich des Qualitätsmanagements der Schulen Einsparungen von 1 Mio. Franken aufzuzeigen.

«Die Umsetzung dieses Auftrags ist in Arbeit», meldet der Regierungsrat jetzt. Das Konzept für die externe Evaluation werde zurzeit mit den Rückmeldungen der Verbände der Schulleiterinnen, der Lehrer und der Einwohnergemeinden fertiggestellt, seine Verabschiedung sei «für Sommer 2014» geplant. Und doppelt sparen könne man nicht, dämpft der Regierungsrat die Sparvorstellungen der Unterzeichner des Auftrags Conti.

Der Regierungsrat räumt ein, dass der erste Monitoringbericht nur wenige Schwachstellen in den Volksschulen aufgezeigt habe. Diese wären jedoch ohne die Evaluation nicht behoben worden. Erst die öffentliche Benennung bewirke, dass man die Thematik angehe. Auch im Monitoringbericht 2012-2014 werde es wieder rote Ampeln zu beklagen geben.

«Einzige objektive Rückmeldung»

Die externe Schulevaluation sei seit der Abschaffung des Schulinspektorats und der nebenamtlichen Inspektorinnen das einzige Mittel, das Kanton, Gemeinden, Eltern, Schulleitungen, Lehrpersonen und Schülern eine objektive Rückmeldung zur Qualität der jeweiligen Schule ermögliche, schreibt der Regierungsrat in seiner Stellungnahme. Das sei unverzichtbar, denn: «Das Angebot der Schulträger muss einem gewissen Standard an Qualitätsansprüchen genügen.»

Mit der Sistierung des damaligen nebenamtlichen Inspektorats aus Spargründen Ende der 1990er Jahre habe der Kanton bereits einmal schlechte Erfahrungen mit fehlenden Aussenblicken an Schulen gemacht: «Aus Fehlern kann man lernen», so der Regierungrat.