Sportfonds

Regierung verteidigt die Spende an Millionärin Daniela Ryf

Daniela Ryf  ist erfolgreich als Triathletin.

Daniela Ryf ist erfolgreich als Triathletin.

Die Triathletin Daniela Ryf ist nicht nur sportlich erfolgreich, sondern auch finanziell. Dennoch war ein Erfolgsbeitrag von 8000 Franken an die Millionärin gerechtfertigt, antwortet die Regierung einem Kantonsrat.

Daniela Ryf ist eine Ausnahmesportlerin: Im letzten Jahr war die Feldbrunnerin Siegerin der Ironman-WM auf Hawaii und Gewinnerin der sogenannten «Triple-Crown»-Serie. Und mit 1,5 Millionen US-Dollar verdiente sie auch nicht schlecht.

Dass ihr auf Gesuch hin 2015 dennoch 8000 Franken aus dem kantonalen Sportfonds ausbezahlt wurden, hatte diese Zeitung letzten April thematisiert. Ryf erklärte darauf, dass ihr Management – «das Prozedere früherer Jahre wiederholend» – irrtümlich ein Beitragsgesuch gestellt habe. Die 8000 Franken spendete sie zur Nachwuchsförderung an ihre früheren Sportvereine weiter.

In einer Interpellation verlangte darauf Kantonsrat Roberto Conti (SVP, Solothurn) von der Regierung Auskunft dazu, nach welchen Kriterien Sportfondsgelder verteilt werden. In ihrer schriftlichen Antwort verneint die Regierung, dass nur nicht-kommerzielle Empfänger Erfolgsbeitrags-berechtigt seien. «Auf kantonal-gesetzlicher Ebene ist das Kriterium des kommerziellen Charakters im Sportbereich nicht geregelt und demnach auch nicht massgebend».

Folglich könne festgehalten werden, «dass der Regierungsrat mit der Zusprechung des erwähnten Erfolgsbeitrages keine gesetzlichen Vorschriften verletzt hat». Immerhin wird eingeräumt, dass dieser Punkt «bei der laufenden Überarbeitung der Sportfonds-Richtlinien aufgenommen und präzisiert» werden soll.

«Spitzeleistungen honorieren»

Gemäss Praxis der Sportkommission werde die Bezeichnung «nicht-kommerziell» nur auf Organisationen angewendet, Einzelsportlerinnen und -sportler würden als nicht-kommerziell qualifiziert, schreibt die Regierung weiter: «Es wäre kaum machbar bzw. schwierig und – angesichts der relativ bescheidenen Höhe der Erfolgsbeiträge – mit unverhältnismässig hohem Verwaltungsaufwand verbunden, eine Grenze zwischen kommerziell und nicht-kommerziell zu ziehen».

Sie wolle Erfolge an Europa- und Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen «bewusst honorieren», argumentiert die Regierung. Oft dauere es über Durststrecken vieler Jahre, bis Sportlerinnen und Sportler auf diesem Niveau erfolgreich sein könnten: «Im Kanton sollen ebendiese Spitzenleistungen honoriert werden, ungeachtet der Höhe von Preisgeldern und allfälliger anderer Einnahmequellen». Dies gelte für Ryf wie für andere Hochleistungssportler. (ums.)

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