Seit 1981 ist die Lohngleichheit in der Verfassung verankert. Umgesetzt ist sie aber nach über dreissig Jahren noch nicht überall.

Jetzt will der Bundesrat mit der Änderung des Gleichstellungsgesetzes, Unternehmen mit mehr als fünfzig Mitarbeitenden verpflichten, alle vier Jahre eine Lohnanalyse durchzuführen und so allfällige Lohndiskriminierungen im eigenen Unternehmen aufzudecken.

Weniger Kontrolle – mehr Selbstverantwortung

«Der Regierungsrat unterstützt selbstverständlich Bemühungen, welche gegen Lohndiskriminierungen abzielen», teilt er am Dienstag mit. Hingegen sei gerade in der heutigen Zeit Rücksicht darauf zu nehmen, dass vor allem kleineren und mittleren Unternehmen keine unzumutbaren Zusatzbelastungen aufgebürdet würden.

«Die Lohnanalysen sollen deshalb erst ab einer Unternehmensgrösse von 250 Mitarbeitenden und nur alle acht Jahre durchgeführt werden», so der Regierungsrat. Auf deren Kontrolle sei zu verzichten.

In seiner Vernehmlassung schlägt der Regierungsrat weiter vor, dass die Selbstregulierungsprozesse in den Unternehmungen gestützt werden. Das heisst, die Unternehmungen ergreifen selber Korrekturmassnahmen, sofern es Hinweise auf eine Diskriminierung gibt.

Und weiter soll eine Informations- und Auskunftspflicht, Transparenz über die Ergebnisse der Lohnanalyse schaffen. Informiert werden müssten die Mitarbeitenden der jeweiligen Unternehmen. Die Auskunftspflicht würde sich auf Behörden, staatliche Institutionen und Gewerkschaften beschränken. (sks)