An ihrer Tagung hiess die Synode der reformierten Kirche Kanton Solothurn die neue Kirchenordnung einstimmig gut. Die Revision der Vorlage aus dem Jahr 1977 war ein Kraftakt, wie der zuständige Synodalrat Werner Berger in Lostorf ausführte. Dazu brauchte es 55 Sitzungen. Und eine Sondersynode, an der die Delegierten über die einzelnen Paragrafen befanden. Von den anfänglichen neun Mitgliedern der Revisionskommission blieben am Ende noch drei. Der bereinigte Entwurf wurde einer juristischen Gesamtprüfung unterzogen.

In der letzten Lesung diskutierten die Synodalen in Lostorf lediglich sprachliche Feinheiten. Damit sei die Arbeit aber nicht zu Ende, erklärte Synodalrat Werner Berger. In der nächsten Zeit müssten sämtliche Reglemente und Papiere überarbeitet und angepasst werden, welche die Kirchenordnung erwähnt. Den grössten Brocken stellt dabei das Reglement über den Religionsunterricht dar.

In Lostorf verabschiedeten die Synodalen herzlich Ulrich Wilhelm, der aus dem Synodalrat ausscheidet. Der Schönenwerder Pfarrer trat sein Amt vor zehn Jahren an und war für Theologie, das Pfarramt und die Kirchenmusik zuständig. Unter anderem präsidierte Wilhelm die Revision der neuen Kirchenordnung. Im Laufe der Zeit häuften sich die «Ämtli», sagte Wilhelm. Hinzu kamen gesundheitliche Probleme und die Vergrösserung der Kirchgemeinde. Deshalb beschloss er, aus dem Synodalrat zurückzutreten.

USR III: Massive Einbussen

Keine Diskussionen gab es zum Voranschlag 2017 und zum Finanzausgleich, die beide mit schwarzen Zahlen abschliessen. Damit dürfte bald Schluss sein, erklärte Finanzvorstand Markus Leuenberger. Im Zuge der Unternehmenssteuerreform III drohen den Gemeinden und den Kirchgemeinden starke finanzielle Einbussen. Wie hoch diese seien, könne man noch nicht abschätzen.

Man sei «auf dem linken Fuss erwischt worden», bestätigte Ruedi Köhli, Präsident der Siko, der Solothurnischen Interkonfessionellen Konferenz. Diese vertritt die Kirchen im Gespräch mit dem Kanton Solothurn. Wenn der Kanton, wie es Regierungsrat Roland Heim angekündigt hat, die Gewinnsteuer für Unternehmen so stark senkt, wären die Steuerausfälle massiv. Kürze der Kanton dann die Beiträge an die Kirchen, werde es kritisch. Die Siko wolle sich dafür einsetzen, dass sich der finanzielle Schaden in Grenzen hält. «Aber es werden schwierige Gespräche», so Ruedi Köhli.