Selbstbestimmungsinitiative
Reformierte Kirchen besorgt über «Angriff auf Menschenrechte»

Die christlichen Werte legen den unermüdlichen Einsatz für die Menschenrechte nahe: Dieser Überzeugung ist der Synodalrat der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn. Er ruft die Stimmberechtigten auf, dem Grundrechtsschutz bei der Abstimmung vom 25. November zur Selbstbestimmungsinitiative Rechnung zu tragen.

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Die reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn zeigen sich besorgt über Absichten der Selbstbestimmungsinitiative.

Die reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn zeigen sich besorgt über Absichten der Selbstbestimmungsinitiative.

KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

Der Synodalrat zeigt sich in einer Mitteilung vom Donnerstag besorgt darüber, dass die Initiative «Schweizer Recht statt fremde Richter» auf die Ausserkraftsetzung beziehungsweise Kündigung der Europäischen Menschenrechtskonvention abziele.

Die Menschenrechte seien der Versuch, den mit den Werten und der Tradition der christlichen Kirchen eng verbundenen Begriff des «Geistes der Geschwisterlichkeit» auf die politische Ebene zu übertragen. «Die Geschwisterlichkeit in der Kirche ist das Vorbild für die menschliche Gemeinschaft über Grenzen hinweg.»

Der Angst vor «fremden Richtern» treten die Reformierten Kirchen mit der reformatorischen Rechtfertigungslehre entgegen: «Niemand kann Richter in eigener Sache sein. Die eigenen politischen Entscheidungen zur letzten Instanz zu erheben, widerspricht dem Willen Gottes ebenso wie dem Geist der Demokratie.»