Sekundarstufe
Reform zur Sekundarstufe stösst auf taube Ohren

Ein Vorstoss von Franziska Rohner (SP, Biberist) löst mehrheitlich Kopfschütteln aus.

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Statt in drei Leistungsniveaus unterteilt könnten Schüler auch in Stammklassen ohne Leistungsselektion unterrichtet werden.

Statt in drei Leistungsniveaus unterteilt könnten Schüler auch in Stammklassen ohne Leistungsselektion unterrichtet werden.

Sandra Ardizzone

«Braucht es die Segregation während der obligatorischen Volksschule?» lautete die Frage ihrer Interpellation. Was damit gemeint war: Rohner regte an, sich Gedanken über eine neuerliche Reform der Sekundarstufe zu machen. Statt in drei Leistungsniveaus unterteilt könnten auch alle Schüler in Stammklassen ohne Leistungsselektion unterrichtet werden und ergänzend leistungsdifferenzierte Niveaukurse besuchen.
Dass der Regierungsrat davon nichts wissen wollte, bezeichnete Rohner als «sehr solothurnische» Antwort, was wohl eine Anspielung auf das Solothurner Lied («’s isch immer e so gsi») sein sollte. Ihr sei nicht klar, warum ein alternatives Modell unmöglich sein sollte, wo doch in anderen Ländern und auch in der französischsprachigen Schweiz die Selektion auch erst nach Abschluss der Sek I stattfinde.
Die klare Mehrheit im Kantonsrat war aber mit der Regierung einig, dass eine tiefgreifende Reform der Schulstrukturen nicht angezeigt ist. Vielmehr sei es nun angebracht, Kontinuität und Ruhe in die Schule zu bringen, meinte etwa FDP-Sprecher Marco Lupi (Solothurn). Darin war er sich für einmal mit Barbara Wyss Flück (G, Solothurn) einig. Für sie sei nicht ganz ersichtlich, was der Vorstoss eigentlich will, meinte die Fraktionschefin der Grünen.
Man sei zwar nicht grundsätzlich für einen Reformstopp, aber die Organisation der Sekundarstufe schon wieder grundlegend in Frage zu stellen, sei tatsächlich verfrüht – auch wenn man bei der Durchlässigkeit Fragezeichen habe und die zweijährige Sek P für ein «Unding» halte.
SVP-Sprecher Beat Künzli (Laupersdorf) nutzte die Gelegenheit für eine Breitseite gegen «linke Bildungsexperten»: Es sei schier unglaublich, mit welcher Kontinuität diese ständig das Schulsystem umkrempeln wollten. Man könne die Schule aber auch «kaputtentwickeln», so Künzli. (mou)