Phosphorvorkommen

Recyclingpflicht: «Die Entsorgungswege sind nicht nachhaltig»

Klärschlamm soll ab 2026 nicht mehr verbrannt werden. (Archivbild)

Klärschlamm soll ab 2026 nicht mehr verbrannt werden. (Archivbild)

Seit 2006 wird sämtlicher Klärschlamm verbrannt. Die Phosphorvorkommen sind weltweit begrenzt und in wenigen Jahrzehnten werden sie zur Neige gehen. Ab 2026 müssen die Klärschlammproduzenten sicherstellen, dass Phosphor zurückgewonnen werden kann.

Klärschlamm aus Abwasserreinigungsanlagen enthält viel Phosphor und fand deshalb früher reissenden Absatz als wertvoller Pflanzennährstoff in der Landwirtschaft. Doch zunehmend erwies sich der hohe Anteil an problematischen Rückständen – insbesondere Schwermetalle, organische Schadstoffe und Krankheitserreger – als bedenklich und wurde in der Schweiz ab 2003 schrittweise verboten.

Die Folge: Seit 2006 wird sämtlicher Klärschlamm verbrannt. Gemäss Angaben des Bundesamts für Umwelt (Bafu) landen von den schweizweit jährlich anfallenden rund 200'000 Tonnen 64 Prozent der Schlämme in speziellen Schlammverbrennungsanlagen, 14 Prozent in Kehrichtverbrennungsanlagen und 22 Prozent in Zementöfen.

Damit werden jährlich auch rund 5'700 Tonnen Phosphor dem Kreislauf entzogen und landen mit Asche und Schlacke unwiederbringlich auf Deponien. «Die bisherigen Entsorgungswege sind nicht nachhaltig», konstatiert das Bafu. Eine unhaltbare Situation, weil die abbaubaren, qualitativ hochwertigen Phosphorvorkommen weltweit begrenzt sind und in wenigen Jahrzehnten zur Neige gehen.

Phosphor muss ab 2026 zurückgewonnen werden können

Der Bund hat deshalb vor einigen Jahren eine Rückgewinnungspflicht für phosphorreiche Abfälle beschlossen. Diese gilt ab 2026 und betrifft insbesondere Klärschlämme aus der Abwasserreinigung, aber auch Schlachtabfälle (Knochenmehl). Die Klärschlammproduzenten müssen konkret sicherstellen, dass Phosphor ab 2026 aus Abwasser, Klärschlamm oder Klärschlammasche zurückgewonnen werden kann.

International werden Verfahren gesucht, entwickelt und evaluiert. Eines davon ist «Phos4Life», das von der Stiftung Zentrum für nachhaltige Abfall- und Ressourcennutzung (ZAR) in Zusammenarbeit mit dem spanischen Industriepartner Técnicas Reunidas entwickelt wurde. Träger des Projektes sind sieben Betreiber Abwasserreinigungs- und Klärschlammverbrennungsanlagen der Deutsch- und Welschschweiz.

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