Der in die Schlagzeilen geratene Unternehmer Marco Marchetti wehrt sich gegen ein Urteil des Amtsgerichtes Hof in Bayern. Dieses hatte den Verwaltungsratspräsidenten, CEO und Mehrheitsaktionär der Accu Holding AG, zu welcher auch die RCT Hydraulic Tooling AG in Balsthal gehört, Mitte März wegen Betrug und Insolvenzverschleppung in erster Instanz verurteilt: 21 Monate bedingte Haft, fünfjähriges Berufsverbot für Geschäftsführer-Tätigkeiten in Deutschland sowie hohe Geldzahlungen.

Inzwischen ist er als Präsident und CEO per sofort zurückgetreten. Ob Marchetti das Urteil weitergezogen hat, war vorerst nicht eruierbar. Das Anwaltsbüro Bendel & Partner in Würzburg, welches Marchetti vertritt, wollte sich dazu nicht äussern. «Wir unterstehen der anwaltlichen Schweigepflicht.»

Auskunftsfreudiger zeigt sich das Amtsgericht Hof. «Gegen das Urteil wurde seitens des Angeklagten Rechtsmittel eingelegt», sagt auf Anfrage Hubert Pürner, Mediensprecher des Amtsgerichts.

Deshalb sei das Urteil noch nicht rechtskräftig. Gegenwärtig laufe die Rechtsmittelbegründungsfrist. Unabhängig davon hat die Zürcher Staatsanwaltschaft wie berichtet Anfang dieser Woche gegen den Unternehmer eine Strafuntersuchung wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Urkundendelikte eröffnet.

Zudem haben mehrere ehemalige Beschäftigte der Accu-Tochter RCT in Balsthal den Arbeitgeber wegen ausstehenden Lohnzahlungen betrieben. (FS)