Zwei Meldungen aus der Abteilung Raucherwaren sorgten im Kanton Solothurn diese Woche für Aufsehen. Zum einen überraschte die im unteren Kantonsteil und im Schwarzbubenland tätige «Suchthilfe Ost» mit einem Projekt, das Kettenraucher von der schädlichen Zigarette zur etwas weniger schädlichen E-Zigarette führen will. Zum andern hat der Kantonsrat im Rahmen der Totalrevision des Gesundheitsgesetzes beschlossen, dass Zigaretten künftig nicht mehr an 16-Jährige verkauft werden dürfen, sondern das Mindestalter 18 Jahre beträgt.

Was ist von diesen Entwicklungen zu halten? Vorab dies: Es ist in diesem Land noch immer kein Verbrechen, eine Zigarette anzuzünden, sondern eine Frage der persönlichen Freiheit, sich den Risiken des Tabakgenusses hinzugeben oder nicht. Unbestritten ist aber auch: Jährlich sterben fast 10'000 Menschen an Krankheiten, die ihren Ursprung im Tabakkonsum haben. Wenn es um vermeidbare Todesfälle geht, spielt der Tabak die grösste Rolle. 

Die Zeichen, welche die «Suchthilfe Ost» und die Politik aussenden, sind vor diesem Hintergrund zwar richtig, aber gleichwohl diskutabel. Zum einen kann die Abgabe von E-Zigaretten tatsächlich der Einstieg zum Ausstieg sein. Gleichzeitig fehlt in Bezug auf die Langzeitwirkung aber die wissenschaftliche Evidenz über die geringere Schädlichkeit. Zum andern verfolgt die Anhebung des Mindestalters für den Zigarettenkauf zwar das richtige Ziel, die Verfügbarkeit von Tabak wird für Jugendliche dadurch aber kaum eingeschränkt. 

Über das Prädikat «gut gemeint» kommt beides noch nicht hinaus.

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