Seit März leben drei Pumas von René Strickler in ihren neuen Gehegen im Siky Park in Crémines. Sie waren die ersten Raubtiere, die aus Subingen in den Jura gezügelt wurden. Als erste von sechs Tigern durfte dann die 19-jährige «Thaina» ihr neues Heim beziehen. Ihr Umzug verläuft bestens. Marc Zihlmann, gelernter Tierpfleger und Betriebsleiter des Siky Park, ist zufrieden. «Zum Glück hat sie sich gleich ins Bett verzogen. Später kann sie sich dann das Gehege in aller Ruhe anschauen», erzählt er gegenüber «TeleZüri».

Noch sind nicht alle Gehege fertig. Im Juni sollen die restlichen Tiere von René Strickler – drei Löwen und weitere fünf Tiger – ihr neues Zuhause beziehen. Ende Juli wird grosse Eröffnung gefeiert. Bis dahin gibt es aber noch einiges zu tun. Die Bauarbeiten sind anspruchsvoll. Innert fünf Monaten entstehen zwei Tigeranlagen und die grösste Löwenanlage der Schweiz. 

Das unterscheide dieses Projekt grundlegend vom Neubau einer einzigen Anlage in einem grossen Zoo, so Zihlmann. «Wir bauen hier einen Zoo von Grund auf neu. Das ist sehr spannend an diesem Projekt.»

Teil 1: Der Giftspritze entkommen

Teil 1: Der Giftspritze entkommen

Der Siky Park in Crémines ist die Rettung für die Raubtiere aus Subingen. Ihnen drohte die Giftspritze, da der dortige Mietvertag aufgelöst wurde.

Auf Kernkompetenz konzentrieren

Für René Strickler, der seit 40 Jahren mit Raubtieren arbeitet, ändert sich einiges. Der 70-Jährige wird die Leitung des Parks nicht mehr wie bis anhin innehaben. Das sieht dieser sehr positiv. «Dann kann ich mich ganz auf meine Kernkompetenz, die Arbeit mit den Raubtieren, konzentrieren.»

Im Siky Park werden keine Vorstellungen gegeben wie in Subingen. Hier ist ein Beschäftigungsprogramm im Gehege geplant. Das muss bereits am bisherigen Standort Subingen geübt werden. «Draussen ist es ein Touch schwieriger und gefährlicher», meint Strickler. In der Arena sei die Autorität grösser. Auch das Verladen der Tiger wird vorgängig geübt. Selbstständig laufen sie durch den Gittergang und steigen in den Lastwagen. Dompteur Strickler ist sicher, dass der Umzug problemlos klappen wird. Das Vertrauen sei da. Die Löwen, die weniger Bezug zum Menschen haben, werden in einer Box transportiert.

Teil 2: Aussentraining für die Raubtiere

Teil 2: Aussentraining für die Raubtiere

Für die Tiere gibt es nur ein Beschäftigungsprogramm. Der renommierte Raubtierdompteur möchte nicht mehr Chef sein, sondern nur Mitarbeiter.

Zoo und Zirkus

Marc Zihlmann kennt die Raubtiere aus Subingen als ehemaliger Chef-Tierpfleger von René Strickler bestens. Im Siky Park versucht er, die beiden Welten Zirkus und Zoo zu verbinden. «Wir beweisen momentan, dass dies gut möglich ist. Für die Tiere ist es eine grosse Bereicherung und uns erleichtert es die Arbeit.» Für die Raubtiere aus Subingen seien ständige Veränderungen und die Arbeit mit dem Menschen nicht Neues. Das vereinfache den Umgang mit ihnen zusätzlich.

Die Pfleger werden wo möglich in die Gehege gehen und die Tiere beschäftigen. Show oder Kunststücke sind dabei aber nicht angesagt. Die Raubtiere sollen «agility-mässig» bewegt werden.  

Die Betreuung der Tiere will Marc Zihlmann auf verschiedene Tierpfleger verteilen. «Es soll nicht eine Person im Fokus stehen», so der Betriebsleiter. Junge Leute sollen die Chance erhalten, mit den Tieren zu arbeiten. 

Teil 3: Neuer Chef für René Stricklers Raubkatzen

Teil 3: Neuer Chef für René Stricklers Raubkatzen

Die Raubkatzen kommen. Die Verantwortung übernimmt aber neu Marc Zihlmann. Er arbeitete schon als Chefpfleger beim Raubtierdompteur mit den Tieren.

Zihlmann hat bei der Gestaltung der Gehege unkonventionelle Ideen. Überall möchte er Elemente aus der Menschenwelt einbauen. Zum Beispiel ein rotes Sofa im Löwengehege, eine Rutsche und Kinderspielzeug im Affengehege oder eine Sauna für die Erdmännchen. Damit möchte Zihlmann die Tiere nicht vermenschlichen, sondern den Tieren eine Spielerei anbieten. «Und damit kommen bei den Besuchern Fragen auf und wir sind im Gespräch», so der Park-Leiter.

«Das wird super», meint Zihlmann. «Das wird speziell», entgegnet René Strickler.

Teil 4: Verrückte Ideen für die Anlage

Teil 4: Verrückte Ideen für die Anlage

Der Marc Zihlmann ist der vermutlich verrückteste Zoochef der Schweiz. Das sieht man auch an seinen Gehege-Ideen.

Loslassen

René Strickler muss Abschied nehmen und loslassen. Das sieht er als «dringend notwendig» an. «Es ist gut, dass die Tiere eine gesicherte Zukunft haben.» Es sei zudem einfacher, sich von den Tieren zu lösen, wenn er sehe, dass diese gut aufgehoben seien. 

Mehr Energie für seine Kernkompetenz aufwenden und gleichzeitig auch mehr Freizeit erhalten. René Strickler freut sich, künftig mehr Zeit für seine zweite grosse Leidenschaft, das Fliegen, zu haben. In Grenchen möchte er das Flug-Brevet machen. 

Der 70-Jährige glaubt an die Zukunft des Siky Parks, «denn der Zoo ist nicht vergleichbar». (ldu)