Amtsgericht
Raub ja, Gefährdung des Lebens nein

Ein 24-jähriger Schweizer wurde vom Amtsgericht Solothurn-Lebern wegen mehrfachen Raubes und weiterer kleinerer Delikte zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt.

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Dass der von 2010 bis 2013 schwer drogensüchtige Mann einer über 80-jährigen, wehrlosen Frau das Bein stellte, um ihr die Handtasche zu stehlen, bezeichnete der Gerichtspräsident in der Urteilsbegründung als «besonders verwerflich».

Dass der von 2010 bis 2013 schwer drogensüchtige Mann einer über 80-jährigen, wehrlosen Frau das Bein stellte, um ihr die Handtasche zu stehlen, bezeichnete der Gerichtspräsident in der Urteilsbegründung als «besonders verwerflich».

Keystone

Von den Anklagepunkten Gefährdung des Lebens, Freiheitsberaubung und Körperverletzung – alles Vorwürfe häuslicher Gewalt – wurde er aber freigesprochen. Zu widersprüchlich seien die Aussagen der damaligen Freundin, befand das Gericht. «Wenn das alles passiert wäre, hätte die von den Nachbarn gerufene Polizei die Verletzungen bemerken und rapportieren müssen», erklärte Gerichtspräsident Rolf von Felten. Auch in den verschiedenen Zeugenaussagen sei nichts über Platzwunden oder blutende Verletzungen zu finden.

Dass der von 2010 bis 2013 schwer drogensüchtige Mann einer über 80-jährigen, wehrlosen Frau das Bein stellte, um ihr die Handtasche zu stehlen, bezeichnete der Gerichtspräsident in der Urteilsbegründung als «besonders verwerflich».

Aber: «Für den Beschuldigten spricht, dass er in der therapeutischen Massnahme einen beeindruckenden Wandel durchgemacht hat», erklärte von Felten. «Trotzdem braucht er weiterhin einen festen und stützenden Rahmen.» So verfügte das Gericht die Fortsetzung der seit mehr als einem Jahr laufenden, stationären Therapie. (hps)