Schönenwerd

Raser von Schönenwerd: Nebenverfahren gegen zwei Fahrer eingestellt

Die Solothurner Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren gegen zwei der drei Raser eingestellt. Ihnen war vorgeworfen worden, während des Prozesses im Jahr 2010 wieder gegen das Gesetz verstossen zu haben.

Noch während dem Hauptprozess gegen die Raser von Schönenwerd wurde einer der Männer als Beifahrer in einem Auto erwischt, das viel zu schnell unterwegs war. Nur wenige Tage später verhaftete die Polizei einen zweiten Angeklagten, der trotz Führerausweisentzug gefahren sein soll. Die Staatsanwaltschaft eröffnete daraufhin eine Untersuchung. Die Männer wurden in Untersuchungshaft gesetzt.

Wie nun herauskam, wurde das Nebenverfahren bereits vor Monaten eingestellt. Es gebe keine Beweise dafür, dass die Männer während des Gerichtsverfahrens gegen das Gesetz verstossen hätten. «Man konnte dem angeklagten Beifahrer nicht beweisen, dass er den Fahrer beeinflusste», sagt Solothurner Oberstaatsanwalt Felix Bänziger und bestätigt damit eine Meldung des Schweizer Fernsehens.

Im Fall des Angeklagten, der ohne Führerausweis unterwegs gewesen sein soll, wollte die einzige Zeugin anonym bleiben. «Der Haftrichter genehmigte die Anonymität aus verschiedenen Gründen nicht», erläutert Bänziger.

Eine 21-Jährige starb bei Raserunfall

Drei damals 20-jährigen Männer mussten sich im Herbst 2010 vor dem Amtsgericht Olten-Gösgen verantworten. Ihnen wurde vorsätzliche Tötung und vorsätzliche schwere Körperverletzung vorgeworfen, weil die drei 20-Jährigen in ihren drei Autos in der Nacht auf den 8. November 2008 mit 116 bis 129 Kilometern pro Stunde anstatt der erlaubten 50 km/h die Ortseinfahrt Schönenwerd passiert hatten.

Kurz darauf rasten sie in das Auto eines Ehepaars, das zum Abbiegen die Fahrbahn überqueren wollte. Der Fahrer und die Beifahrerin erlitten Verletzungen, an denen sie heute noch leiden. Eine 21-Jährige, die auf dem Rücksitz mitfuhr, starb.

Urteile angefochten

Das Amtsgericht befand den Hauptangeklagten, einen Griechen, im Hauptprozess der vorsätzlichen Tötung und der vorsätzlichen schweren Körperverletzung und der mehrfachen Verletzung der Verkehrsregeln für schuldig und verurteilte ihn zu über fünf Jahren Gefängnis.

Die beiden Mitangeklagten, ein Kroate und Türke, wurden vom Vorwurf der vorsätzlichen Tötung freigesprochen. Das Gericht verurteilte diese beiden Männer jedoch wegen mehrfacher grober Verletzung der Verkehrsregeln zu teilbedingten Freiheitsstrafen von je 28 Monaten. Je acht Monate davon müssen sie im Gefängnis absitzen.

Alle drei Verteidiger zogen die Urteile des Amtsgerichts Olten- Gösgen ans Obergericht weiter. Die Verteidigerin des Hauptangeklagten hatte im erstinstanzlichen Prozess eine bedingte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten gefordert. Die Verteidiger der Mitangeklagten verlangten je einen Freispruch.

Bänziger übernimmt von Von Felten

Am nächsten Dienstag , 20.März, kommt es vor dem Solothurner Obergericht zum Revisionsprozess. Da Staatsanwalt von Felten unterdessen zum Präsidenten des Amtsgerichtes Solothurn-Lebern gewählt wurde, wird er nicht mehr im Gerichtssaal erscheinen. Seine Aufgabe übernimmt Oberstaatsanwalt Felix Bänziger.

Die Verhandlung vor Obergericht beginnt mit der Befragung der drei Angeklagten. Anschliessend sind bis Mittwoch die Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Verteidiger geplant. Das Obergericht eröffnet das Urteil voraussichtlich am 27. März. (ldu/sda)

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