Renommiertes Reise-Ranking
«GEO» listet die 12 schönsten Kleinstädte der Schweiz auf – darunter befinden sich Olten und Solothurn

Das renommierte Reportagemagazin nimmt seine Leserinnen und Leser mit in zwölf romantische Schweizer Kleinstädte. Dass sich gleich zwei Solothurner Orte auf dieser Liste befinden, freut die zuständigen Tourismusbüros.

Béatrice Beyeler
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Das deutsche Reportagemagazin «GEO» hat sich in der Schweiz umgeschaut und zwölf «zauberhafte» Kleinstädte herausgepickt. «Die Schweiz hat nicht nur eindrucksvolle Bergwelten zu bieten, sondern auch eine Vielzahl romantischer Kleinstädte, die sich in ihrer Schönheit zu übertrumpfen versuchen», heisst es im Online-Artikel.

Gleich zwei Städte aus dem Kanton Solothurn sind auf dieser Liste zu finden: Solothurn und Olten. Die Ambassadoren- und die Dreitannenstadt sind in guter Gesellschaft: So listet die «GEO»-Redaktion nebst den beiden Solothurner Perlen Interlaken, Murten, Spiez, Ascona, Mendrisio, Davos, Zermatt, Locarno, Yverdon-les-Bains und Baden auf.

Im Artikel wird jede der zwölf Städte mit einem Werbefoto und ein paar Sätzen kurz vorgestellt. Folgendes steht über Solothurn und Olten geschrieben:

Solothurn

Wer von Baden aus dem Flusslauf der Aare folgt, landet irgendwann in Solothurn. Das Städtchen am Fuss des Juras gilt als schönste Barockstadt der Schweiz. Das Stadtbild zeugt noch heute von der glanzvollen Zeit Solothurns als «Ambassadorenstadt», als französische Botschafter bei der Eidgenossenschaft von 1530 bis 1792 hier residierten. Die verkehrsberuhigte Altstadt mit ihren vielen architektonischen Perlen lädt zu einem Spaziergang ein, das städtische Kunstmuseum beherbergt eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Schweiz.

Solothurn geniesst den Ruf als schönste Barockstadt der Schweiz.

Solothurn geniesst den Ruf als schönste Barockstadt der Schweiz.

Hanspeter Bärtschi

Er habe schon von dieser Auflistung gehört, sagt Jürgen Hofer, Direktor von Solothurn Tourismus, auf Anfrage. «Solch positive Schlagzeilen sind natürlich immer gut.» Man dürfe das Ganze aber auch nicht überbewerten. «Derzeit gibt es viele Rankings zu Kleinstädten», sagt Hofer. Solothurn werde dabei wiederholt aufgeführt. «Mit der architektonischen Schönheit ist unsere Stadt natürlich im Vorteil» – das dürfe man auch ohne Lokalpatriotismus anerkennen.

Jürgen Hofer, Direktor Solothurn Tourismus.

Jürgen Hofer, Direktor Solothurn Tourismus.

Hanspeter Bärtschi

Dass auch Olten auf der GEO-Liste zu finden ist, freut Hofer: «Für den Kanton ist das natürlich super.» So werde die positive Ausstrahlung der beiden Solothurner Städte in die Welt hinausgetragen.

Der Tourismusdirektor spricht von einem generellen Boom der Schweizer Kleinstädte, auch wegen der Coronakrise. Er sagt:

«Kleinstädte sind nicht überlaufen und haben auf kleinem Raum alles zu bieten, was sich Feriengäste wünschen.»

Dieser Trend bekommt die Barockstadt besonders zu spüren: Mit fast 12'000 Hotel-Logiernächten war der vergangene August laut Hofer der beste Monat der Geschichte.

Touristisch sei Solothurn vergleichsweise eine Insel der Glückseligkeit, sagt Jürgen Hofer. Man habe die Gunst der Stunde genutzt und erfolgreich Werbung gemacht. «Die Marketinganstrengungen haben sich gelohnt.» Das schlage sich unter anderem in solchen Listen, wie sie das «GEO»-Magazin veröffentlicht hat, nieder.

Erfolgreiches Marketing der Stadt Solothurn:

Olten

Zwischen Aarau und Solothurn liegt am Flusslauf der Aare das kleine Städtchen Olten. Als wichtiger Verkehrsknotenpunkt, mit seiner Rolle als Kongressort und Sitz einer Fachhochschule geniesst es überregionale Bedeutung. Die Altstadt des im Jahre 1201 zum ersten Mal erwähnten Orts ist autofrei, über die Aare führt seit mehr als 700 Jahren eine hölzerne Fachwerkbrücke.

Eines der Wahrzeichen von Olten, die Holzbrücke, wird im Artikel erwähnt.

Eines der Wahrzeichen von Olten, die Holzbrücke, wird im Artikel erwähnt.

Patrick Lüthy

Bei Olten Tourismus hatte man bisher hingegen noch keine Kenntnis vom «GEO»-Artikel. «Wir hatten schon diverse Kontakte und Anfragen von ‹GEO›, nicht aber in den letzten Wochen», sagt Geschäftsführer Stefan Ulrich.

Stefan Ulrich, Geschäftsführer Olten Tourismus.

Stefan Ulrich, Geschäftsführer Olten Tourismus.

Bruno Kissling

Es sei eine sehr schöne Liste mit sehr prominenten und weniger bekannten Namen. Ulrich spricht von einem überraschenden Mix aus alpinen und urbanen Orten. «Dass Olten in dieser Liste vertreten ist, freut uns natürlich sehr. Das Bild ist wunderbar, der Text leider etwas sehr knapp gehalten.»

Der gemeinhin schlechte Ruf der Stadt rühre aus vergangener Zeit, sagt Ulrich:

«Als der Ort noch sehr stark auf gängige Klischees wie den Bahnhof, den Nebel oder die Langeweile und auf das eher geringe Selbstwertgefühl der Oltnerinnen und Oltner reduziert wurde.»

Das alles habe sich aber in jüngerer Zeit stark verbessert, sagt der Tourismus-Geschäftsführer. Der Imagewandel sei in vollem Gange, bleibe aber ein «Generationenprojekt», das alle Akteure fordere.

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