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Raiffeisenbanken sind trotz Gewinnrückgang zufrieden

Markantes Zeichen der regionalen Verankerung: Durch Sponsoringbeiträge mitfinanzierte Mehrzweckhalle «Raiffeisen Arena» in Hägendorf.

Im Regionalverband der Solothurner Raiffeisenbanken freut man sich über ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Der Jahresgewinn ging zwar um 5,7 Prozent auf 11,3 Millionen Franken zurück, Verbandspräsident Rolf Kissling spricht dennoch von einem «insgesamt sehr erfreulichen Bild».

Knapp 109'000 Mitglieder zählt der Solothurner Regionalverband der Raiffeisenbanken. Damit ist fast jeder dritte Einwohner im Geschäftskreis des Verbands Raiffeisen-Genossenschafter. Das zeugt von einem grossen Kundenvertrauen und einer nach wie vor starken regionalen Verankerung – auch mit nur noch 14 angeschlossenen Genossenschaften.

Und es ist für Präsident Rolf Kissling deshalb mit ein Grund, weshalb er bei der Präsentation der Jahreszahlen von einem «insgesamt sehr erfreulichen Bild» spricht, obwohl die Solothurner Raiffeisenbanken zum zweiten Mal in Folge einen Gewinnrückgang hinnehmen mussten: 2017 einen doch recht markanten um 5,7 Prozent auf 11,3 Millionen Franken.

Milliardengrenze geknackt

Die regulatorischen Anforderungen sind hoch, die Zinsen anhaltend tief und der Hypothekarmarkt hart umkämpft. In diesem für Regionalbanken anspruchsvollen Umfeld gibt es genug Kennzahlen, welche die Raiffeisenverantwortlichen sich über ein «erfolgreiches Geschäftsjahr» freuen lassen. Die Bilanzsumme der 14 Solothurner Raiffeisenbanken stieg um 3 Prozent auf 10,5 Milliarden, die Ausleihungen nahmen um 2,2 Prozent auf 9,1 Milliarden zu, die Kundengelder um 2,8 Prozent auf 8,7 Milliarden.

Die Kundenausleihungen waren somit zu 95 Prozent mit Kundengeldern refinanziert. Ein solcher Kundendeckungsgrad dürfe als hervorragend bezeichnet werden und widerspiegle das hohe Kundenvertrauen und die regionale Verbundenheit, betonen Präsident Kissling und Giancarlo Grifone, stellvertretender Vorsitzender der Bankleitung in Solothurn (Raiffeisen Weissenstein) und Kommunikationsverantwortlicher des Kantonalverbands. Die Milliardengrenze geknackt hat das Depotvolumen mit einem markanten Wachstum von 11,7 Prozent auf 1,1 Milliarden.

Das ist einerseits sicher dem Umstand geschuldet, dass das traditionelle Bankensparen keinen Ertrag mehr bringt und die Kunden alternative Anlagemöglichkeiten suchen. Anderseits zeigt es, dass es den Raiffeisenbanken nicht schlecht zu gelingen scheint, ihre Abhängigkeit vom wenig einträglichen Zinsengeschäft durch Diversifikation zu reduzieren.

Man wolle denn auch in Zukunft noch mehr Gewicht auf den Ausbau des Firmen- und Anlagegeschäfts legen, so Rolf Kissling. Im vergangenen Jahr sanken der Erfolg aus dem Zinsengeschäft um 2 Prozent auf 118 Millionen und die Zinsmarge schrumpfte von 1,21 auf 1,14 Prozent. Dafür lag aber auch der Anteil des Zinsengeschäfts am Bruttoertrag mit 84 Prozent um drei Prozent tiefer als noch 2016.

Wichtiger Arbeitgeber

Nicht ohne Stolz weist man beim Raiffeisenverband darauf hin, mit aktuell 485 Beschäftigten in den 14 angeschlossenen Banken mit 51 Geschäftsstellen zu den grössten Arbeitgebern im Kanton zu gehören. Und zu den guten Steuerzahlern: Für das Geschäftsjahr 2017 entrichten die Raiffeisenbanken des Solothurner Verbands 10,5 Millionen Franken an Steuern, das sind 0,8 Millionen mehr als 2016.

Und gerne weise man auch darauf hin, dass praktisch alle Mitarbeitenden im Kanton Solothurn zu Hause seien, heisst es in der Medienmitteilung zum Jahresabschluss. Das bringt weiteres Steuersubstrate, und zudem würden die Raiffeisen-Mitarbeiter und ihre Familienangehörigen einen gesellschaftlichen Beitrag durch Engagements in Vereinen oder öffentlichen Ämtern leisten.

Der Personalbestand hat im übrigen trotz Fusionen nicht ab- sondern sogar leicht zugenommen, im vergangenen Jahr um 5,9 Vollzeitstellen. Das schlägt sich denn auch in einer Zunahme des Geschäftsaufwands und einer leichten Verschlechterung des Verhältnisses von Geschäftsaufwand und Ertrag nieder. Ein Umstand, der nicht zuletzt wiederum der stärkeren Fokussierung auf das Anlage- und Firmengeschäft geschuldet ist, denn dieses sei beratungs- und somit personalintensiv, so Rolf Kissling.

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