Alex Z.* muss eine enorme Wut verspürt haben. Abrupt stoppte er, als ihn die Radaranlage bei Oberbuchsiten im Herbst 2004 mit 157 Stundenkilometern auf dem Tacho blitzte.

Auf dem Pannenstreifen fuhr der Aargauer zurück, lief über die Fahrbahn und zertrümmerte den Blechpolizisten mit der Gartenhacke, die er im Auto hatte. «Das Glas hat ein bisschen geknirscht», sagte er später vor Gericht.

Dumm nur: Die Radaranlage hatte das Bild des Rasers bereits nach Oensingen in die Verkehrszentrale übermittelt. Alex Z., der Biologe mit Doktortitel, war auf dem Foto, und die Polizei bald vor der Haustüre im Aargau.

Er wollte einer Krebskranken helfen

121 319 Franken kostete die Reparatur den Kanton Solothurn. Das Obergericht verurteilte Z. im Dezember 2007 u. a. wegen qualifizierter Sachbeschädigung, Betreten und Überqueren der Autobahn, Anhalten und Rückwärtsfahren auf dem Pannenstreifen zu 30 Tagessätzen à 30 Franken.

Das Urteil war milde, denn Alex Z. war verwirrt. Er war vor dem Vorfall nur in Unterhosen in der Praxis seiner Ärztin erschienen. Und als er gehört hatte, dass eine thailändische Adlige an Krebs erkrankt war, flog er spontan dorthin und gab bei der königlichen Garde ein Fläschchen Zinktabletten für die Frau ab.

Kein Rappen blieb übrig

Das Obergericht ordnete für den Verwirrten zwar eine ambulante psychotherapeutische Massnahme an. Doch dazu kam es nicht: Sechs Tage nach dem Urteil verliess Alex Z. die Schweiz und ist bis heute nicht zurückgekehrt.

Er lebt jetzt ausserhalb Europas. Und der Kanton wartet noch immer vergebens auf sein Geld. Ein wenig Hoffnung kam auf, als die Solothurner Kantonspolizei Ende 2012 herausfand, dass Alex Z. noch drei Grundstücke in der Schweiz besitzt.

Er wurde betrieben, die Grundstücke versteigert. Doch Alex Z. war so überschuldet, dass für die Forderungen des Kantons kein Rappen übrig blieb. Jetzt, fast zehn Jahre nach der Tat, hat der Solothurner Regierungsrat deshalb beschlossen, das Geld abzuschreiben.

Es sei aussichtslos, beim verschuldeten Mann im Ausland Geld einfordern zu wollen, heisst es. Käme er je wieder in der Schweiz zu Vermögen, will man auf den Entscheid zurückkommen.

Doch die Ironie der Geschichte ist, dass das alles nicht nötig gewesen wäre. Alex Z. wusste damals nicht, dass die eben erst aufgestellte Anlage noch in der Testphase war. Alex Z. hätte wohl keine Busse zu befürchten gehabt.

Immerhin: Beim Kanton dürften sich die 121 000 Franken schon längst amortisiert haben. Allein 2013 blitzte die Anlage 35 752 Geschwindigkeitssünder.

*Name geändert.