Im Jahr 2012 wurden auf dem Gebiet des Kantons Solothurn insgesamt 37'988'026 Fahrzeuge gemessen, wie die Kantonspolizei Solothurn auf Anfrage von TeleM1 bekannt gibt. Von diesen knapp 38 Millionen wurden 2'099'026 Fahrzeuge von mobilen Radargeräten und 35'888'071 von den stationären Anlagen auf dem Autobahnnetz erfasst. 275'921 fuhren insgesamt zu schnell.

Weitere Zahlen liegen zur stationären Radaranlage auf der A1 bei Oberbuchsiten vor: Dort wurden in beiden Fahrtrichtungen 26'271'160 Fahrzeuge gemessen. Davon fuhren 60'736 zu schnell.

Radarfallen: Abzocke oder von öffentlichem Interesse?

Hängig ist in Sachen Radar ein Auftrag von Kantonsrat Walter Gurtner (SVP, Däniken). Er verlangt mit dem Auftrag «Missbrauch von Radarfallen», dass Radarkontrollen auf den Solothurner Kantonsstrassen, Gemeindestrassen und Solothurner Autobahnabschnitten in Zukunft nur noch stichprobenweise oder an unfallträchtigen Abschnitten gemacht werden dürfen. Und längere Streckenabschnittskontrollen, die nichts mit der Verkehrssicherheit zu tun haben, sollen verboten werden. «Der Bürger wird unnötig abgezockt», so Gurtner.

Im Kanton Solothurn blitzten Radaranlagen fast 276000 Fahrzeuge

Im Kanton Solothurn blitzten Radaranlagen fast 276000 Fahrzeuge

Die Stellungnahme des Regierungsrates im September fiel nicht zugunsten von Gurtner aus. Der Auftrag orientiere sich nicht am geltenden Verfassungs- und Bundesrecht, lautete der Bescheid. Und: «Die inhaltliche Umsetzung ist im Übrigen weder sachlich gerechtfertigt, noch liegt sie im öffentlichen Interesse.» Die Regierung empfahl dem Kantonsrat den Auftrag «Missbrauch von Radarfallen» als nicht erheblich zu erklären.

Der Auftrag wird in der nächsten Kantonsratssitzung vom 26. Februar behandelt. (ldu)