Public Viewing
Sieg in der Niederlage: Solothurner Fussball-Fans sind trotz Enttäuschung stolz

Die Schweiz schafft den erhofften Sieg im EM-Viertelfinal gegen Spanien nicht. Auf dem Solothurner Dornacherplatz wurde das Spiel mit grosser Spannung mitverfolgt. So ging es den Fans während und nach dem Spiel.

Sophie Deck
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Vom ersten Tor der Schweiz an fieberten alle voll mit.
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Vom ersten Tor der Schweiz an fieberten alle voll mit.

Michel Lüthi

Der Andrang ist gross, doch es gibt genug Platz zum Sitzen: Die Zuschauerzahl ist begrenzt beim Public Viewing auf dem Dornacherplatz in Solothurn - wegen Corona.

Aber in der Menge merkt man nichts von der Pandemie. Es gibt keine Maskenpflicht, und die Fussballfans liegen sich in den Armen – es ist Sommer, ein Stück Normalität scheint zurückgekehrt.

Wer kein Rot trägt, ist beinahe schon ein Aussenseiter: Die Menge erstrahlt in den Farben der Schweiz, und die Nationalmannschaft wird loyal angefeuert.

Nach dem ersten Tor seitens Spanien flaut die Stimmung allerdings etwas ab - die Fans klatschen zwar, aber nicht sehr enthusiastisch. «Das ist, weil 1:0 ist», meint ein Fussball-Fan, «sobald 1:1 ist, wird die Menge wieder enthusiastischer.»

Schock, Freude, unerträgliche Spannung

Und tatsächlich: Als die Schweiz nach der ersten Halbzeit ein Tor macht, flippen alle aus. Viele stehen auf den Bänken und Tischen, und man wird von den obligatorischen Spritzern Bier getroffen:

Die grosse Freude nach dem Tor der Schweiz.

Sophie Deck

Von da an ist die Spannung in der Luft spürbar. Als Freuler die rote Karte bekommt, breitet sich Empörung aus. «Das kann doch nicht sein, was hat er gemacht?», fragt eine emotionale Frau im roten T-Shirt.

«Kann man einem Schiri auch die rote Karte geben?»,

meint eine andere.

Doch bei jedem Ball, den Sommer hält, wird gejubelt. Alle sind nun aufmerksam, der erhoffte Enthusiasmus ist eingekehrt. Er hält bis zur Verlängerung an. In der Pause merkt man allen die Nervosität an.

Während der Verlängerung steigt dann der Lärmpegel. Die Fans ausserhalb der Absperrung versuchen, einen möglichst guten Blick auf die Leinwand zu erhaschen.

Dann: Elfmeter. Alle sind hoffnungsvoll – alle stehen. Bei jedem Schuss daneben wird das Geschrei lauter.

Am Ende wird es nichts. Die Enttäuschung ist nun riesig, die Stimmung plötzlich gedämpft. Natürlich ist man über das Ausscheiden der Schweiz enttäuscht, doch:

«Für die Schweiz ist dieses Unentschieden eigentlich ein Sieg.»

Und: «Ich gehe jetzt trotzdem feiern.» Beim Hinausgehen ist das «Schwitzernatzi, olé» noch leise hörbar.


Jogi Horisberger, 42, Werkzeugmacher, Luterbach
Lieblingsspieler: Shaqiri

«Heute bin ich zum ersten Mal im Public Viewing, weil die Schweiz im Viertelfinale ist. Das hat es ja noch nie gegeben. Anfangs haben sie ja himmeltraurig gespielt, aber dann sind sie aufgewacht. Ich hoffe sie gewinnen. Ich würde aber nicht hupen gehe, weil ich mit dem ÖV da bin. Das wäre dann eher so eine innere Freude.»
«Heute bin ich zum ersten Mal im Public Viewing, weil die Schweiz im Viertelfinale ist. Das hat es ja noch nie gegeben. Anfangs haben sie ja himmeltraurig gespielt, aber dann sind sie aufgewacht. Ich hoffe sie gewinnen. Ich würde aber nicht hupen gehe, weil ich mit dem ÖV da bin. Das wäre dann eher so eine innere Freude.»

Daniela Nussbaumer, 46, Selbstständig, Gerlafingen
Lieblingsspieler: Sommer

«Ich habe dieses Jahr angefangen, an Public Viewings zu gehen. Zu Hause bekommt man schon mehr vom Spiel mit, hier ist sehr viel los. Aber dafür ist die Stimmung super. Um die Schweiz habe ich mir nie Sorgen gemacht; am Anfang spielen sie immer etwas schlechter. Aber im Spiel gegen Frankreich hat man gemerkt, dass sie an sich selbst geglaubt haben. Sie gewinnen sicher.»
«Ich habe dieses Jahr angefangen, an Public Viewings zu gehen. Zu Hause bekommt man schon mehr vom Spiel mit, hier ist sehr viel los. Aber dafür ist die Stimmung super. Um die Schweiz habe ich mir nie Sorgen gemacht; am Anfang spielen sie immer etwas schlechter. Aber im Spiel gegen Frankreich hat man gemerkt, dass sie an sich selbst geglaubt haben. Sie gewinnen sicher.»

Zoé Siegenthaler, 13, Schülerin, Recherswil
Lieblingsspieler: Vargas

«Dieses Jahr war ich anfangs von den Schweizern etwas enttäuscht. Wenn es um die Schweiz geht, bin ich auf jeden Fall ein Fussball-Fan. Dann haben sie uns aber überrascht und ich habe mich sehr gefreut. Ich glaube, sie hatten da mehr Motivation, weil sie gegen ein besseres Team gespielt haben. Ich hoffe sehr, dass sie gewinnen - dann gehen wir hupen.»
«Dieses Jahr war ich anfangs von den Schweizern etwas enttäuscht. Wenn es um die Schweiz geht, bin ich auf jeden Fall ein Fussball-Fan. Dann haben sie uns aber überrascht und ich habe mich sehr gefreut. Ich glaube, sie hatten da mehr Motivation, weil sie gegen ein besseres Team gespielt haben. Ich hoffe sehr, dass sie gewinnen - dann gehen wir hupen.»

Raffaela Siegenthaler, 40, Fitnessstudio-Besitzerin, Recherswil
Lieblingsspieler: Zuber

«Ich bin zum ersten Mal dieses Jahr ins Public Viewing gegangen, wegen des Erfolgs der Schweiz. Die EM war bis jetzt super. Im Tippspiel, in dem ich mitmache, führe ich, obwohl ich nicht so viel Ahnung von Fussball habe. Für heute habe ich 2:1 für die Schweiz getippt. Ich bin sicher, dass wir gewinnen. Und dann gehen wir ein bisschen feiern.»
«Ich bin zum ersten Mal dieses Jahr ins Public Viewing gegangen, wegen des Erfolgs der Schweiz. Die EM war bis jetzt super. Im Tippspiel, in dem ich mitmache, führe ich, obwohl ich nicht so viel Ahnung von Fussball habe. Für heute habe ich 2:1 für die Schweiz getippt. Ich bin sicher, dass wir gewinnen. Und dann gehen wir ein bisschen feiern.»

Fabian Büttiker, 31, Haustechniker, Zuchwil
Lieblingsspieler: Zuber

«Ich bin in diesem Jahr zum ersten Mal am Public Viewing, weil nun die Corona-Massnahmen gelockert wurden. Mit Massnahmen macht es schon nicht so Spass. Es war schön anzusehen, wie sich die Schweizer diese Jahr verbessert haben. Für das Ergebnis tippe ich 2:1. Dann gehe ich natürlich in die Stadt feiern.»
«Ich bin in diesem Jahr zum ersten Mal am Public Viewing, weil nun die Corona-Massnahmen gelockert wurden. Mit Massnahmen macht es schon nicht so Spass. Es war schön anzusehen, wie sich die Schweizer diese Jahr verbessert haben. Für das Ergebnis tippe ich 2:1. Dann gehe ich natürlich in die Stadt feiern.»