Zehn Jahre gibt es die Aktionstage psychische Gesundheit im Kanton Solothurn. Sie waren schon bei der ersten Ausgabe im Organisations-Komitee dabei. Was hat sich seither geändert?
Die Aktionstage sind zu einer festen Grösse im Solothurner Veranstaltungskalender geworden und haben sich weit über die Kantonsgrenzen hinaus einen Namen gemacht und wurden auch von anderen übernommen. Wir hatten von Anfang an einen grossen Publikums-Zulauf.

Wird seither anders mit psychisch Erkrankten umgegangen?
Die Akzeptanz in der Gesellschaft hat sicherlich zugenommen und das Thema hat auch Eingang gefunden in nationale Präventionsprogramme, was definitiv ein Fortschritt ist. Trotzdem sind psychische Erkrankungen immer noch stark stigmatisiert und tabuisiert. Und das, obwohl fast jede zweite Person in der Schweiz einmal in ihrem Leben an einer psychischen Störung erkrankt.

Kann man dieses Tabu überhaupt ganz brechen?
Wahrscheinlich nicht. Psychische Erkrankungen machen Angst und gelten – insbesondere in unserer heutigen Leistungsgesellschaft – als persönliche Schwäche. Die Krankheit ist mit sehr viel Scham behaftet und es existieren sehr viele Vorurteile darüber.

Was haben Sie in den kommenden zehn Jahren vor?
Wir wollen weiterhin am Thema dranbleiben und uns dafür einsetzen, dass darüber gesprochen wird. Die Aktionstage sollen weiterhin Begegnungen schaffen und psychisch kranken Menschen eine Stimme geben. Denn schliesslich sind wir alle früher oder später Betroffene und es ist ein Thema, das uns alle angeht.