Fachleute sind sich einig: In diesem Jahr dürften so viele Kinder und Jugendliche wie noch nie psychiatrisch behandelt werden. Wenn eine ambulante Therapie nicht mehr ausreicht, ist das ein Fall für sie: die Kinder- und Jugendpsychiatrische Klinik (KJPK) an der Solothurner Waisenhausstrasse.

Hier stehen für Kinder zwölf Plätze zur Verfügung, für Jugendliche hingegen nur halb so viele. Zu wenig, hiess es bei der KJPK bereits 2010. Die Wartefristen für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren seien «seit 2004 chronisch lang», deshalb würden dringend neue Plätze benötigt.

Der Regierungsrat sah das ähnlich. Im September 2010 genehmigte er für die Erweiterung der Jugendstation einen Kredit von 4,5 Millionen Franken.

Drei Jahre später ...

Lange war es ruhig um die Erweiterung, jetzt scheint das Vorhaben wieder in Fahrt zu kommen: Im November hat das kantonale Hochbauamt seine Pläne für den Neubau publiziert – mehr als drei Jahre nach dem Beschluss des Regierungsrats. Warum erst so spät? Es werden doch dringend neue Plätze für Jugendliche benötigt? «Wir mussten noch einige Abklärungen vornehmen», erklärt der stellvertretende Kantonsbaumeister Guido Keune.

Mit der Solothurner Spitäler AG (soH), zu der die KJPK gehört, seien die genauen Nutzerbedürfnisse erörtert worden. Die soH bestätigt das. «Die Anforderungen an einen solchen Bau sind sehr hoch», sagt Mediensprecher Eric Send. Etwa was die Sicherheit anbelangt: «Bei psychischen Erkrankungen ist eine Selbstgefährdung nie ganz ausgeschlossen.»

Viele Details noch offen

Die neue Jugendstation kommt dort zu stehen, wo sich momentan noch ein eingeschossiger Anbau befindet. Dieser beherbergte bis im Sommer 2010 die Hauswirtschaftsräume der Kantonsschule und steht seitdem leer. Bereits damals stand fest, dass der Anbau nicht als Jugendstation genutzt werden kann: Dafür ist er zu klein und zu alt.

Ob die neue Jugendstation tatsächlich in einem «pavillonartigen Holzbau» unterkommt, wie das 2010 vorgesehen war, ist allerdings noch nicht ganz sicher. «Das werden wir in den Detailplanungen entscheiden», sagt Guido Keune.

Eröffnung 2015?

Fest steht: Ein Durchgang wird die neue Jugendstation mit der bestehenden Station im historischen KJPK-Gebäude verbinden. Nebst Patientenzimmer für sechs bis acht Jugendliche sind auch Gemeinschaftsräume, Büros und Therapiezimmer geplant.

Wann die Baumaschinen loslegen können, weiss der stellvertretende Kantonsbaumeister Keune noch nicht. Bis im Februar soll die Baugenehmigung vorliegen. Keune ist überzeugt: «Die neue Jugendstation kann 2015 in Betrieb genommen werden.» Allen Abklärungen und Verfahren zum Trotz.